Die gefahrenen Einzeletappen sind bei den jeweiligen Tagen zu finden. Für Vergrösserung der Bilder doppelklicken.
Heute soll es losgehen. Um Neun Uhr checke ich mich online ein und erledige weitere Dinge am PC. Um Zehn Uhr trifft mich beinahe der
Schlag. Mein heutiger Direktflug um 19:40 nach Colombo ist storniert! Ich solle mal drei Stunden warten. In dieser Zeit würde ich
umgebucht. Auf glühenden Kohlen sitzend bleibe ich am PC. Um Elf Uhr erhalte ich die Mitteilung, dass ich morgen mit der Swiss nach
London und von dort mit Sri Lanka Airlines nach Colombo fliegen darf. Welcher Mist! Fünf Stunden länger unterwegs nur um in den
Norden und dann wieder nach Süden zu fliegen. Irgendwie hat es mein Bauch vorausgesagt. Eigentlich wollte ich gestern zum
Vorabend-Checkin, habe dann jedoch am Kreisverkehr im Dorf gewendet. Meine Gedärme meinten, ich solle es lassen.
So verbringe ich die nächsten Stunden damit, der Motorradvermietung und Weiteren die Verschiebung bekanntzugeben und erkundige mich
bei allen möglichen Quellen nach dem Flug von London nach Colombo. Ich habe noch keine Sitzplatznummer und keinen Bock darauf in
Heatrow gesagt zu bekommen, ich könne nicht mitreisen. Das Sri Lanka Airlines Büro in Glattbrugg meint, der Flug sei bis auf einen
Businessplatz ausgebucht. Mein Platz sollte aber dabei sein. Dieselbe Auskunft erhalte ich auch von Swiss. Um ganz sicher zugehen,
werde ich heute Abend den Vorabendcheckin machen.
So stehe ich um 21 Uhr am Schalter und erhalte auch meinen Boardingpass für den Flug von London nach Colombo. Ich bin etwas erleichtert,
das nun geklärt zu wissen, der Frust über den Umweg und den Aufwand überwiegt jedoch noch immer.
Da ich bis zum Flug nach London noch Zeit habe, erledige ich einiges im Haushalt. Um Drei bringt mich Ruedi freundlicherweise nach Kloten.
Noch immer scheinen alle meine Flüge zu klappen, was ich wie unter Verfolgungswahn leidend, wiederholt nachgesehen habe. Die Sicherheits-
und Passkontrolle verlaufen reibungslos und mit der Muhbahn bin ich bald im Dock Midfield. Der Flieger hebt pünktlich nach London ab. In
Heathrow begegne ich dann einigen weiteren umgebuchten Edelweisspassagieren. Wir wechseln gemeinsam den Terminal. Im eher engen
Wartebereich mit Läden und Essständen darf ich auf die Bekanntgabe des Gates warten. Der ganze Terminal wirkt etwas in die Jahre
gekommen und abgelebt. Um Sieben Uhr erscheint das Gate auf der Anzeigetafel und ich begebe mich dorthin. Es wird schon mit dem Boarding
begonnen. Das verläuft nicht ohne Umstände wie ich bemerke. Üblicherweise warte ich bis zum Schluss. Um für meinen Platz auf Nummer sicher
zu gehen stehe ich besser schon an. Prompt werde ich an einen anderen Schalter verwiesen. Dort versucht der Inder in seinem
akzentbehafteten Englisch den Srilankesen zu erklären, dass ihr Pass nicht eingelesen werden kann. Die beiden armen Kerle verstehen
scheinbar gar nichts. Bei mir klappt es. Ich bekomme den selben Sitzplatz 63K zugewiesen wie ich ihn auf dem Swiss-Boardingpass schon
hatte. Es wird vermutlich ein Fensterplatz sein. Falls nicht noch etwas schief geht fliege ich mit. Den für die dreihundert Passagiere
zu engen Raum nach dem Boarding kann man nicht mehr verlassen. Toilette gibt es keine. Immerhin geht es schon bald mit Einsteigen los.
Nach der Businessklasse sind die hinteren Sitzreihen, also auch meine, an der Reihe. Als wir ins Fingerdock sollten klemmt die Schleuse.
"Armes altes England, wie heruntergekommen bist du." Ein grosser Angestellter auf der anderen Seite reisst eine Türe mit lautem Knacken auf.
Der Alarm geht los! Das schein niemand wirklich zu stören. Mich schon gar nicht. Ich ermahne sie nur, die Tür offen zu halten.
Mit einer halben Stunde Verspätung heben wir ab. Der Flieger ist rappelvoll. Mit meinem indischen Sitznachbar erfolgt ein reger
Austausch. Er ist zweiter Ingenieur auf Frachtschiffen und fliegt nun über Colombo nach Mumbai zur Familie. Dies von Abu Dhabi her. Er
wird schlussendlich noch länger als ich unterwegs gewesen sein. Wir haben ein spannendes Gespräch über allerlei. bis nach dem Abendessen.
Mit dem Lichter löschen versuchen wir zu schlafen. Zum Glück habe ich meine Ohrstöpsel mit. Die Triebwerke sin unglaublich laut! Nach
unzähligen Versuchen in verschiedenen Positionen schlafe ich vielleicht zwei Stunden. Immerhin. Als wir über die Arabische See fliegen,
stehen uns noch zweieinhalb Stunden bevor. Es wird Frühstück serviert. Das Personal ist wirklich nett. Insbesondere die Damen in ihren
von der traditionellen srilankesisch Mode beinflussten, türkisen Arbeitskleidung. Endlich kommt Land in Sicht. Die Landung ist sanft.
Bald bin ich draussen.
Es stehen die Formalitäten an. Visa für fünfzig Franken kaufen, was zu Hause billiger gewesen wäre. Einheimische Rupien besorgen. Gleich
75'000! Ein Franken sind zirka dreihundert Rupien. Dann denn einheimischen Führerausweis kaufen. Hat von sieben auf dreissig Franken
aufgeschlagen! Zuguterletzt noch eine Simkarte und eine E-Simkarte kaufen. Kostet je 8 Franken für 50 Gigabite Daten. Besser als zu Hause
100 Mb für 20 Franken kaufen. Um Halbdrei steige ich in ein Taxi nach Negombo für 16 Franken. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Der Fahrer
spricht passabel Englisch. Er hält bei einem Hardwareshop, damit ich wegen einem Übergandsstecker mit runden Polen schauen kann. Sie haben
eine Version. Die ist aber zu klobig für mich als Motorradreisenden. Zudem sei der kaum noch üblich wird mir gesagt. Gefehlt! bei meiner
Unterkunft sind genau noch solche Steckdosen verbaut. Immerhin hat es schon einen Adapter. Von der freundlichen Betreiberin wird mir ein
Ingwertee serviert. Das Zimmer ist sauber und mit dem Nötigen eingerichtet. Das passt so! Ich begebe mich auf die zwei Minuten Fussmarsch
zur Motorradvermietung. Der Töff steht bereit. Schon sehr gebraucht aber Bremsen, Reifen, Hebel, Kette und Öl sind tiptop. Er läuft
einwandfrei an und sauber weiter. Wir erledigen die Formalitäten und ich erkundige mich nach der Möglichkeit auf der Hauptstrasse durch
den Yala-Nationalpark zu fahren. Das sei möglich. Falls einem die Elefanten nicht im Weg ständen...
Ich bin total durch den Wind nach der gestrigen Anspannung und dem Schlafmangel. Trotzdem gehe ich noch die hundert Meter durch die
Häuser zum Strand. Der ist nichts Weltbegendes aber ok. Das Viertel ist sehr turistisch und schon will mir einer Schmuck andrehen.
Ich bleibe freundlich aber auch bei meinem selbstgebohrten Steinanhänger. Den Stein habe ich just in Griechenland am Strand gefunden bevor
ich dort meinen alten Silberglücksbringer aus Mexiko verloren habe. Kyra hat vermutlich Recht gehabt, als sie meinte, dessen Glück sei
aufgebraucht gewesen. Seine letzte Tat war es scheinbar, den Stab an einen neuen Glücksbringer weiterzureichen. In einem Laden besorge
ich noch Wasser und zur Feier meines Geburtstages ein dunkles Bier. Meine Vermieterin kocht mir auf meine Nachfrage um ein Nachtessen
ein leckeres Fischcurry mit Reis und Gemüse gekocht. Schweigsam esse ich während der Fisch im Paulaner Weissbierglas ebenso seine Runden
dreht. Rundherum knallt es an allen Ecken. Weihnachten wird hier in diesem christlich dominierten Viertel mit reichlich Böllern gefeiert.
Vor dem Zimmer finde ich bei meinem Bier und einer Zigarre endlich Zeit auf alle Geburtstagswünsche zu antworten. Mit Freude lese ich
den Brief welcher Kyra mir zum Geburtstag geschrieben hat. Das Bier gibt mir dem Rest. Um Sieben Uhr schaffe ich es gerade noch mir die
Zähne zu putzen und falle dann in einen tiefen Schlaf. Trotz der Kanllerei welche noch bis in die frühen Morgenstunden dauert.
Mein Frühstück erhalte ich um Acht Uhr. Einheimische Pfannkuchen mit Kokos, dicken Mangosaft, ein Spiegelei, Bananen und Tee. Alles
selbstgemacht. So gestärkt fahre ich um Neun los. Für den Linksverkehr benötige ich kaun Angewöhnung und an die kreative Fahrweise
schon gar keine. Das ist mir irgendwie angeboren. Ich liebe diese sich selbst regulierende Kreativität auf drei Ebenen in einer
Fahrbahn. Einzig die nötige Konzentration erlaubt mir keinen Blick in die Umgebung. So geht das etwa zwei Stunden. Dann wir die
Besiedelung und der Verkehr merklich weniger. Das Motorrad und meine Naviapp funktionieren tadellos. Die Wärme in der Schutzkleidung
hält sich beim Fahren in Grenzen. Das Meer liegt in Sichtweite neben mir. Vor Puttalam biege ich Richtung Kalpitiya ab. Das liegt
auf einer Halbinsel. Die Strasse säumen Becken zur Salzgewinnung umgeben von Palmen. Nun entspannt unterwegs kommt Ferienstimmung
auf. Noch eine halbe Stunde bis zum Sea Sand Resort!
Das Navi bringt mich zielgenau hin. Schnell meine Reservation bestätigt und mich der Schutzleidung entledigt! In kurzen Hosen ist es
besser. Die Anlage ist wie mein Bungalow sauber und gepflegt. Um Eins bin ich am von modernen Fischerbooten gesäumten Strand. Es
sind einige Kitesufer auf dem Wasser. Der Platz ist mit seiner wellenarmen und windreichen Lagune ein bekannter Treffpunkt. Ich
schlendere den kilometerlangen Strand entlang. Vom Anfänger bis zum fortgeschrittenen Kiter tummelt sich alles und es werden immer
mehr. Ich verstaue meine Sachen in einem der verlassenen Fischerboote und begebe mich ins seichte, angenehm kühle Wasser. Spaziere dann
weiter und schaue den Anfängern zu wie Sie mit dem Kite kämpfen. Am unteren Ende der Lagune drehe ich um. Am nördlichen Ende der Lagune
ist der Strand vor den viel zu nahe ans Wasser gebauten Hotels weggeschwemmt. Mit Steinkörben wurde versucht der Erosion Einhalt zu
bieten. Ein trauriger Anblick. Dieses Bild bietet sich auch vor dem Hotel bei welchem ich zuerst ein Bungalow mieten wollte. Auch damals
hat mir mein Bauch davon abgeraten dort zu buchen.
Der Turismus ist auch hier ein wichtiges Geschäft, scheint aber noch entspannt abzulaufen. Ich streife etwas durch die Gassen.
Abseits vom Strand leben die Leute noch von der Landwirtschaft. Alles in Allem eine ruhige Gegend. Bis auf den einen welcher mit
seiner Stereoanlage die ganze Gegend beschallt. Der kleine Laden in dem ich mir noch Wasser besorgen wollte, hat noch geschlossen.
Kein Beinbruch, mein Geld liegt sowieso noch im Bungalow. Es ist warm. Trotz der beinahe dreissig Grad Temperaturunterschied
von Zuhause nach hier komme ich erstaunlich gut damit klar. Auf der Veranda des Bungalows schreibe ich noch einige Whatsapp-
Nachrichten und gehe dann zum Laden wo ich Wasser und Kartoffel-Chips besorge. Den Abend schreibe ich die Berichte der letzten beiden
und des heutigen Tages. Rauche dabei eine Zigarre. Auch hier knallt es etwas. Zum Glück nicht im Ausmass wie in Negombo. Wegen der
Zeitverschiebung dauert es bis beinahe um Zwölf bis ich einschlafen kann.
Die Nacht ist warm und ruhig. Irgenwann spüre ich etwas auf meiner Schulter. Ich streife es ab. Im Licht der Nachttischlampe sehe ich
eine grosse Kakerlake am Boden liegen. Das Ding ist das Bettgestell zu mir hochgekrabbelt. Mich schaudert es und es dauert eine Weile
bis ich mich beruhige. So etwas ist mir bisher noch nie passiert, oder ich habe es nie bemerkt. Mein nachfolgender Schlaf ist eher
unruhig und wird von wirren Träumen begleitet.
Zum Frühstück gibt es für mich Pancakes mit etwas Früchten und Tee. Für den Preis von Sieben Franken ist das nicht sehr reichhaltig
aber ok. Ich nehme es gemütlich. Redigiere meine bisherigen Berichte und lese ein wenig. Der Jetlag wirkt noch. Später will ich
nach Kalpitiya Stadt das holländische Fort ansehen, Lebensmittel kaufen und mich nach einem Adater umsehen. Um nach Kalpitiya zu
kommen, nehme ich eine rückwärtige Route. Die Fahrt ins Zentrum dauert fünfzehn Minuten. Der Ort ist nicht sehr gross und bald stehe
ich am Fort. Es ist Viertel vor Zwölf. Das Fort schliesst von Zwölf bis Zwei. Das Zugangstor wird von einem Uniformierten bewacht.
Wie sich später herausstelltist der Grund für mich nicht nachvollzeibar. Ausser den Festungsmauern gibt es scheinbar nichts zu sehen.
Auf jeden Fall lasse ich es der baldigen Schliessung wegen bleiben und fahre im Standgas der Hauptstrasse entlang um vielleicht
ein Geschäft für den Adapterkauf zu sehen. Ein solches sehe ich nicht, nur das schon etliche Läden die Gitter heruntergezogen haben.
Ein Lebensmittelgeschäft hat noch offen. Schnell hinein und Wasser, Bananen und eine Mango gekauft. Nach mir wird auch hier der
Laden geschlossen. Es scheint das Zeichen zur Rückkehr in die Unterkunft zu sein. Nun nehme ich den Weg entlang der Hauptstrasse.
Vor mir fährt ein beiges mit "Police" angeschriebenes Tuktuk. Sieht wie ein Scherz aus. Ist es aber nicht wie ich beim Vorbeifahren
sehe. Es sitzt ein beige gekleideter Polizist darin und tuckert gemächlich in seine Mittagspause.
Bis zum späten Nachmittag lese ich oder döse etwas. Unterhalte mich mit einem 71-jährigen Holländer der mit seinem Fahrrad unterwegs
ist und gehe dann um Fünf Uhr an den Strand. Heute weht ein starker wind. Die Lagune ist voller Kite Surfer. Einige Fischer bringen
ihren Fang ein. Es fröstelt mich tatsächlich trotz der zirka 29 Grad Celsius und so warte ich den Sonnenuntergang nicht ab. Beim
Bungalow wappne ich mich mit mit langer Kleidung und Insektenvertreiber gegen die allabendliche Attacke der Mücken zur Dämmerung.
Heute esse ich Windy Waves Resort direkt am Strand. Es gibt gebratene Nudeln mit Gemüse und Ei. Dazu ein Tonic Water. Rundherum sitzen
hauptsächlich Kiter mit roten Köpfen. Sie haben sicher etwas viel in den Himmel geguckt. Im Hitergrund läuft eine Chillversion von
Nenas 99 roten Luftballons. Grässlich! Mein Mahl ist es zum Glück nicht uns so schlendere ich zufrieden die dunklen Gassen zurück
zur Unterkunft um das Tagesgeschehen online zu bringen.
Wieder keine ruhige Nacht. Wie beinahe immer habe ich die Flughafengrippe aufgelesen und hätte etwas mehr erholsamen Schlaf nötig.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen mit Maske zu fliegen. Habe sie dann aber vergessen einzupacken. Gestern sind drei Freuen mit
einem grossen Hund angekommen. Schon am Nachmittag haben die Ressort-Hunde mehrmals lautstark reklamiert. Insbesondere die
Leithündin der drei kann sich nicht mit dem Eindringling anfreunden und dreht zweimal mitten in der Nacht durch. Trotz Abhärtung
gegen Hundegebell in meinen Lateinamerika Aufenthalten kann ich das nicht ignorieren. Naja, besser als Kakerlaken in Genick.
Um Sieben Uhr stehe ich auf und nehme eine Dusche. Frühstück gibt es erst ab Halb Neun. Ein Gruppe inklusive des 71-jährigen
Holländers macht Yoga. Ich packe inzwischen was möglich ist, um nach dem Frühstück gleich los zu können. In Absprache mit Sabina der
Betreiberin macht sie mir das Frühstück schon beim Ausklingen der Yogastunde. Diese findet auf dem Podest des Essbereichs statt.
Erneut esse ich Pancakes und trinke einen Kräutertee. Die europäische Yogalehrerin mit aufgespritzten Lippen (für mich der totale
Widerspruch, aber vielleicht ist nur so der innere Einklang möglich) plaudert noch mit den zwei ältere Schwedinnen. Rasch bezahlt
und umgezogen dann geht es um Neun Uhr los. Der Verkehr hält sich in Grenzen und so erlaube ich mir einige Blicke zur Seite.
Vermutlich auch, weil die Gegend wenig besiedelt ist. Erst vor Puttalam wird er mehr. Im Zentrum ist einiges los aber trotzdem
es ist klein und so schnell durchfahren. Nun beliben von den drei Stunden noch zwei weitere. Nach Puttalam wird es menschenarm.
Zur einen Seite der Strasse befindet ein Nationalpark. An der Tafel die vor möglichen Elefanten warnt fahre ich vorbei. Es wird
hoffenlich nicht die letzte sein. Es freut mich, dass es mir wegen des überschaubaren Verkehrs möglich ist, die Gegend zu
geniessen. Ich nähere mich Anuradhapura. Muss jedoch nicht dorthin, da meine Unterkunft einige Kilometer ausserhalb liegt.
Wie meinem Gastgeber angekündigt, erscheine ich um Zwölf. Er ist froh, dass ich da bin. Zeigt mir das Zimmer und fährt gleich los,
um seine Tochter von der Schule abzuholen. Das dreistöckige Haus am Ende einer Naturstrasse liegt am Waldrand. Es ist umgeben von
Mango- und anderen Bäumen sowie Bananenstauden. Ein Gruppe Affen schappt sich Mangos und verschwindet im Wald nebenan. Rundherum
sind verschiedene Vögel zu hören. Ein wunderbar grüner Ort. Neben mir sind noch zwei einheimische Familien mit Kindern anwesend.
Ich habe noch genügend Zeit heute. Nicht für die Sehenswürdigkeiten, sondern um etwas das Stadtzentrum zu erkunden. Neben dem
Stromadapter will ich mir auch ein Fahrradschloss kaufen um den Helm am Motorrad festmachen zu können und nicht immer herumtragen
zu müssen.
In zehn Minuten bin ich im Zentrum. Lange streife ich herum. Finde in einem Laden mit Fahrradfelgen ein simples Drahtschloss für
2.50 Franken. Gegenüber gibt es in einem Supermarkt Wasser, M und M's sowie einen Isodrink. Das Flaschenwasser enthält kaum
Mineralien. Oder es sind zumindest keine auf der Flasche angegeben. Deshalb leiste ich mir den eher teuern Spass für zwei Franken.
Ein Red Bull kostet drei Franken. Reizt mich nicht. Ist zu teuer und eh nicht das Richtige. Der Liter Wasser kostet fünfzig Rappen
und der Liter Benzin einen Franken. Soviel zu den flüssigen Stoffen. Mit dem Motorrad fahre ich die andere Seite der Einkaufsmeile
hoch. Dem Rand entlang rollen bechreibt es besser. Was trotzdem noch eine Herausforderung ist, da es den Verkehr und die Läden
im Auge zu behalten gilt. Ich erspähe ein Elektrofachgeschäft. Da wird mir geholfen. Der erste Multiadapter der mir präsentiert
wird ist von solch minderwertiger Qualität, dass er frisch der Packung entnommen schon Wackekontakt hat. Die zweite Variante ist
einfach und entspricht der Version wie bei meiner ersten Gastgeberin. Gekauft! Kostet ebenfalls 750 Rupien, also 2.50 Franken.
Zurück fahre ich an der heiligen Stätte mit riesiger weisser Stupa vorbei, beziehungsweise halte dort an. Die Stupa heisst
Ruwanweli Maha Seli und wird von tausenden weiss gekleideten buddhistischen Pilgern besucht. Um den Bezirk werden Blumen als
Opfergaben verkauft. Daneben finden sich Stände mit den selben Turistenmitbringseln wie man sie auch sonst an solchen Orten findet.
Ich verharre am Eingang und werde mir morgen alles genau ansehen. Mal sehen ob das Fotografierverbot so strikt geahndhabt wird, wie
von dem Schild verlangt. Falls sich die Pilger daran halten werde ich es selbstverständlich auch tun. In den umgebenden Seen wird
gebadet und die Eisverkäufer mit ihren synthetischen Melodien abspielenden Tuktuks haben rege zu tun. Wieder gelingt es mir bei
meiner zweiten Affenbegegnung nicht diese zu fotografieren. Ein Hund verscheucht sie bevor das Telefon aus der Hosentasche gelangt.
Provozieren will ich nichts, weshalb ich den Tieren nicht hinterherlaufe. Weder mit den Hunden noch mit den Affen. Auch wenn ich
ausreichend gegen Tollwut geimpft bin.
Während ich den Tagesbericht schreibe ist es Dunkel geworden. Die heumtobenden Kinder sind mit den Eltern fort. Es sind nur noch
wenige menschliche Geräusche zu hören. Dafür umso deutlicher jene der Natur in meinem Rücken und um mich herum. Diese
Klangkulisse darf gerne bleiben. Auf eine andere kann ich diese Nacht verzichten.
Als ich mein Nachtessen einnehme fährt ein Tuktuk vor. Der Fahrer ist sichtlich erschöpft. Er hat heute die Strecke von Negombo
nach Anuradhapura bewältigt. Ein wirkliche Leisung für den Katalanen der zum ersten Mal in seinem Leben sin solches Gefährt steuert.
Trotz Buchung ist für Ihn kein Zimmer mehr frei. Meine Taktik die Eigentümer direkt über Whatsapp die Buchung bestätigen zu lassen,
bewährt sich scheinbar. Der Katalane wird kurzerhand in einem anderen Platz der Familie untergebracht. Er isst dann gemeinsam mit
einem ebenfalls hier einquartierten jungen Franzosen. Sie bekommen dieselbe Köstlichkeiten wie ich serviert. Kürbiscurry mit Reis,
Okrabohnensalat, Karottensalat mit Kokos und Zwiebeln, Eier, Tomaten und Kurken und zum Dessert ein Joghurt. Wenn sich Reisende
treffen gibt es immer viel zu sehen. Wir plaudern bis um Halb Elf. Vor dem Schlafen schaue ich noch die erste Hälfte vom Film Dirty
Harry.
Wir drei treffen uns wieder um Acht Uhr um das Frühstück einzunehmen. Natürlich tauschen wir uns weiter über unser Erlebnisse und
vor allem über unsere nächsten Pläne aus. Loic fliegt nach Thailand weiter. Er wird noch lange unterwegs sein. Antic und ich werden
uns heute die Altertümer ansehen. Als erstes will ich zum Mirisawatiya Viharaya und zum zum Jayasiri Maha Bodhi Baum. Den heiligen
Stätten der hiesigen Buddhisten und deren wichtigste Stätten im Land. Gestern am fortgeschrittenen Nachmittag war im Vergleich zu
heute wenig los. Hunderte weiss gekleidete Pilger sind unterwegs. Ich mit meinem hellgrauen Hemd und den grauen Hosen falle zum
Glück nur wenig auf. Andere Turisten schon mehr. Vor allem weil sie teilweise in kurzen Hosen unterwegs sind. Meine Schuhe deponiere
ich unter der Nummer 15 an der Abgabestelle und gehe barfuss wie alle zur grossen Stupa. Beim Zugang zum umfriedeten Bezirk
durchschreitet man einen Metalldetektor. Wirklich ernst wird das nicht gehandhabt. Der Ausgang ist unbewacht und offen. So gehe
ich mit Hunderten zur Treppe welche zur Plattform der Stupa führt. Seitlich davon werden Brandopfer dargebracht. Von oben hört man
bereits das Trommeln, Singen und Beten. Gruppen werden von vorbetenden Mönchen in ihren Gewändern um die etwa 50 Meter Hohe Stupa
geführt. Ander umrunden sie mit einem in buddhistischen Farben gehaltenem Tuch welches danach über dem Sockel der Stupa an deren
Fuss rundherum gespannt wird. Die geschätzten hunderfünfzig Laufmeter Stoff sind für Einheimische sicher ein beachtliche
finazielle Aufwendung. Andere Sitzen da und lesen aus den Schriften. Es raucht und wird geopfert, gesungen und gebetet. Ich lasse
mich vom frommen Zauber einfangen und bin total davon berührt. Besonders gefällt mir, dass es dafür keinen Chef braucht der den
Leuten etwas vorliest und gelgentlich zuwinkt. Ich schreite mit, verweile, beobachte und vergesse die Zeit. Da auch die junge
Generation Bilder und Selfies macht, traue ich mich ebenso. Etwa eine Stunde später bin ich zurück auf der Strasse die durch den
Park die zum heiligen Baum führt. Dieser eingefriedete und erhöht liegende Bezirk ist kleiner und verschafft denselben Szenen
mehr Intimität. Das Gedränge ist dicht, aber nicht beängstigend. In zwei Ecken stehen verglaste grosse Öllampen. Über einen
Glastrichter mit Kanal kann man Öl zugeben. Ich mache ein Bild von der besonderen Konstruktion. Ein Pilger etwa in meinem Alter
winkt mich zu sich und drückt mir eine Flasche mit Öl in die Hand. Also schütte ich einen Deziliter in den Trichter. Wir freuen
uns ohne Worte. Aus der Tempelumfriedung draussen setze ich mich hin und staune über die mit golden glänzenden Stützen
unterstellten Äste des heiligen Baumes.
Etwa um Elf bin ich wieder mit meinen Schuhen ausgestattet beim Motorrad. Ein Händler versucht mir etwas anzudrehen, worauf ich
verzichte. Ich öffne mein gestern gekauftes Drahtseilschloss das ich dazu brauche um den Helm sichern zu können. Der Zylinder und
weitere Einzelteile fallen zu Boden. China Schrott vom Feinsten den ich noch den ganzen Tag mittrage weil es nirgends Eimer gibt.
Ich kurve zur nächsten Sehenswürdigkeit. Der zweitausen Jahre alten, grössten Stupa der Welt. Das Umrunden spare ich mir. Es ist
schon sehr warm. Ich fahre weiter. Bei einem Kontrollposten wird mir gewinkt. Mir egal. Ich fahre weiter. Beim nächsten Ort
an dem ich halte, spricht mich ein Parkaufseher an, ob ich ihn nicht winken gesehen hätte. Er ist mir mit dem Roller gefolgt.
Ich mime den Unwissenden. Er erklärt mir, dass der Besuch aller Stätten pauschal dreissig Franken kosten würde. Ich könne ihm aber
nacher 2000 Rupien (6 Franken) geben und diese drei Stätten ansehen. So machen wir das. Vor der Besichtigung des Doppelbeckens
drücke ich im das Geld in die Hand. Beleg gibt es keinen. Ich habe gespart und er etwas dazuverdient. Beim Durchstreifen des
riesigen antiken Areals sind in den Bäumen noch viele Hügel zu sehen die es zu erforschen gäbe. Kein Wunder wenn hier vor etwa
zweitausend Jahren einmal rund hunderttausend Menschen gelebt haben.
Auf dem Navi gebe ich den Weg nach Mihintale ein. Einem Tempel der auf einem dreihundert Meter hohen Hügel liegt. Die Fahrt dorthin
dauert etwa 15 Minuten. Ein kleines Stück kann man den Hügel noch hochfahren. Der Parkplatz wird von einem Wachmann und dutzenden
Affen bewacht. Die untersuchen alles und nehmen mit was nicht irgendwie befestigt ist. Der Eintritt kostet Turisten 1000 Rupien.
Die ganze Anlage liegt auf einem Granitfelsen. Vom unteren Teil aus führt eine Treppe mit dreihundert Stufen hoch. Oben angekommen
heisst es wieder Schuhe ausziehen. Auf dem Platz in der Mulde zwischen drei Kuppen steht eine kleine Stupa. Auch hier wird gebetet
und ein Tuch rundherum getragen. Aber alles im kleinen Rahmen. Ich besteige die nackte Granitkuppe um Aussicht zu haben. Der Stein
ist schon sehr warm von der Sonne, aber noch erträglich. Stufen sind kaum vorhanden. Ein Geländer unterstützt. Oben angekommen
bietet sich ein fantastischer Ausblick auf das flache Umland mit seinem Grün und den Reisfeldern. Ebenso auf den grossen sitzenden
Buddha auf der Kuppe zu meiner Rechten und der grossen weissen Stupa auf der links von mir liegenden Kuppe. Beim Abstieg scheint
mir der Granit noch wärmer. Ich raste im Schatten bei der kleinen Stupa auf dem zentralen Platz. Ein idyllischer Ort. Seinerzeit
gut gewählt für ein Kloster. Die Zeremonie ist zu Ende. Noch will ich zum Sitzenden Buddha hoch. Der Granit dorthin lag schon
länger in der Sonne und ist schon heiss. Ich renne die fünfzig Höhenmeter förmlich hoch und suche oben gleich Schatten. Wirklich
geniessen kann ich den Platz nicht. Der Weg zurück wird zur Qual. Die Füsse brennen. Zwei mal stütze ich mich auf dem Geländer ab,
damit die Füsse abkühlen können. Dazwischen bin sich so schnell wie es unfallfrei möglich ist unterwegs. Den Aufstieg zur grossen
Stupa schenke ich mir. Davon habe ich heute genug gesehen. Zudem gäbe es auch wieder etliche Meter nackten Granits zu überwinden.
Ich bin froh, für den Abstieg über die Treppe meine Schuhe wieder anziehen zu können. Im Eingangsareal trinke ich wieder Wasser.
Eine Banane soll meinen Hunger stillen. Kaum habe ich diese hervorgekramt sind mir die Affen schon auf den Fersen. Es scheint als
wären sie auf Gelb getrimmt. Mit lautem Fauchen verteidige ich meinen Besitz. Das hilft. Vermutlich wehrt sich kaum jemand mit
solch animalischen Lauten wie ich sie gemacht habe. Auch die nächsten Zwei welche einen Versuch starten scheinen ebenso überrascht
von meiner Werhaftigkeit. Eilends verschlinge ich die kleine Banane und entledige mich der Schale um Ruhe zu haben. Denn am
Parkplatz lauern nochmehr von den lieben Tiere.
Es ist Halb Drei und ich habe genug gesehen. Auf dem Heimweg will ich mein Schloss ersetzen und Flipflops kaufen, um nicht immer
den Kampf mit klebenden und zu warmen Schuhen zu haben. An der Haupteinkaufsmeile wähle ich ein grösseres heimische Hushaltsgeschäft
und sehe mich darin um. Tonnen von billigstem Palstikzeug und alles was man in einem srilankesichen Haushalt braucht ist zu finden.
Ich finde meine FF's und danach sogar ein Drahtseilschloss welches den deutlich besseren Eindruck macht als das gestern gekaufte.
Da es in Anuradhapura eigentlich kein schönes Zentrum gibt, das zum Verweilen einlädt, fahre ich gemächlich Richtung Unterkunft.
Plötzlich aufziehende Wolken und Böen verheissen nichts Gutes. Dem ist aber nicht so und schnell löst sich alles in Sonnenschein
auf. Bis zum Abendessen schreibe ich Bericht. Antic kommt zwischenzwitlich ebefalls mit seinem Tuktuk zurück. Damit zu fahren finde
ich noch die grössere Herausforderung als mit dem Motorrad. Vor allem weil man damit nicht schneller als 40km/h fahren darf. Ich
kann immerhin wo erlaubt bis 70km/h fahren. Nicht aber auf die weig vorhandenen Autobahnen.
Das Nachtessen ist köstlich und reichhaltig wie immer. Heute mögen wir nicht so lange plaudern und sind vor Neun Uhr in unseren
Zimmern. Ich schreibe noch etwas und sehe dann den Film mit Clint Eastwood zu Ende.
Heute gibt es für uns Gäste etwas früher Frühstück. Antic will nach dem eineinhalb Stunden entfernten Sigiriya, ich in rund vier
Stunden nach Jaffna. Der Himmel ist bewölkt und verheisst Regen. Um Halb Neun geht es los. Am Ortsausgang von Anuradhapura tanke ich.
Schenll wird der Verkehr weniger. Die Strecke bietet wenig spannendes. Es geht meist flach und schnurgerade voran. Die erlaubten
60km/h werden nur von wenig anzutreffenden Orten oder langsamen Fahrzeugen gebremst. Zum Halten zwingt mich mein starker Schnupfen.
Schnäutzen muss sein, dass mir der Rotz nicht dauernd herunterrinnt. Etwas Dunst habe ich schon im Hirn, was sich zum Glück in Grenzen
hält. Ich durchfahre mehrere Polizeikontrollen und drei leichte Regenschauer. Nass werde ich kaum. Teilweise sind sogar 70km/h drin,
was ich nütze. Nach Zwölf Uhr erreiche ich die Vororte von Jaffna und halte kurz um von der Osmand App auf Google Maps zu wechseln
wo die Unterkunft verzeichnet ist. Wie bin ich um Ein Uhr dort. Das Zimmer das ich bekomme ist ok, aber den Preis nicht unbedingt
wert. Ich packe meine Sachen und ziehe mich um.
Um etwas Bewegung zu haben, gehe ich zu Fuss ins Stadtzentrum. Mal sehen was es dort gibt und wie es ist. Selbstverständlich ist es
laut un chaotisch wie immer. Eines meiner Kunstfaserleibchen war mir eigentlich schon zu Hause zu eng. Ohne daran zu denken, habe
ich es mitgenommen. Dafür will ich Ersatz besorgen. Nach Abklappern des Marktes und einiger Läden werde ich fündig. Polyester
Leibchen zu finden ist gar nicht so einfach. Schade um das alte Teil. Es wird im Hotel bei Abreise aufgehängt, damit es einen
Nachbesitzer findet. Eine kleine Schokolade stärkt für den Heimweg. Das Gehupe, der Verkehr und die Menschen reichen mir für heute.
Ich freue mich auf einen ruhigen Abend. Das Kottu, ein Eintellergericht bei welchem alle Zutaten wie Fleisch und Gemüsche gemischt
serviert werden, hatte ich nicht scharf bestellt. Schon nach den ersten zwei Löffeln läuft mir die Nase. Eigentlich ist es mir
zu scharf aber ich habe Hunger und desinfizierend wirkt es auch. Vielleicht tötet es noch einige Viren meiner Erkältung mit ab.
Wie am obenstehenden Text zu erkennen, verweile ich nicht allzulange beim Schreiben. Es gibt auch wenig Aufregendes zu berichten.
Ich schaue noch etwas einen wirren Endzeitfilm mit blutiger Handlung. Endzeitszenario mit Siebzigerjahren Autos. Nicht wirklich
ein toller Film. Ich lüfte noch schnell. Nun um 22:30 Uhr ist die Strasse menschenleer. Alles ist ruhig. Ich bin erstaunt und
positiv überrascht da dies einen ruhigen Schlaf verheisst.
Ich hatte eine ausgesprochen ruhige und erholsame Nacht. Genau das was mir gut getan hat. Die Erkältung ist nur noch wenig vorhanden.
Erst um Zehn mache ich mich gemäss meinem Plan zur den südlich von Jaffna gelgenen Inseln auf. Diese sind mit einem Damm verbunden.
Es fröstelt mich ein wenig bei dem Überqueren des ersten Damms. Das Meer ist über Quadratkilometer seicht. Grosszügig gestreut stehen
Fischerhütten auf Stelzen in der Lagune. Die Inseln liegen höchstens wenige Meter über der Wasseroberfläche. So auch die erste auf die
ich gelange. Vielerorts ist nicht zu erkennen wo das Wasser endet und das Land beginnt. Ob es auch mit den Regenfällen vom letztem
Monat zu tun hat, weiss ich nicht. Die Häuser liegen etwas verstreut in der Gegend. Es gibt kleinere Dörfer. Schon bin ich auf dem
zweiten Damm und der nächsten Insel. Ein riesiger Tor lockt mich unter sich hindurch. Eingenlich nicht mein Weg. Wieso nicht trotzdem
hindurchfahren und sehen was folgt. Meines Wissens liegt irgendwo dahinter ein Hindutempel. Das Tor könnte der Wegfindung dienen. Nach
einigen Minuten bin ich bei dem riesigen, dem Gott Ambal gewindmeten Tempel. Er liegt in Sichtweite zum Meer. Dahin gehe ich zuerst.
Hinter den Büschen liegt ein wunderschöner ruhiger Sandstrand. In dieser menschenleeren Ecke mit feinem hellen Sand und ruhigem Meer
kommt richtig Urlaubs- und Badestimmung auf. Ich gehe zurück zum Tempeleingang. Ziehe wie angewiesen das Leibchen und selbstverständlich
die Schuhe aus und halte mich an die Regel keine Fotos zu machen. Auch wenn es mir schwer fällt. Es ist mein erster Besuch in einem
Hindutempel. Die Säulen am Eingang sind mit sich hochreckenden farbigen Tierstatuen geschmückt. Krokodilen, Elefanten usw. Der Tempel
ist Ambal gewidmet. Vermutlich ist er der göttlichen Mutter, der Schöpferin des Universums gewidmet. Das Innere ist in weiss gehalten.
Es befinden sich verschiedene Schreine im grossen Umgang. In herzförmigen Schalen können Brandopfer dargebracht werden. Diese farbigen
Zementgefässe sind von der Hitze zerrissen. Neben mir im Tempel anwesend sind ein Mann der betet und zwei Priester die sich um den
Unterhalt kümmern. Es ist sehr ruhig. In eine Gang stehen Zeremoniengegenstände. Kühe, ein Schiff, fünfköpfige Kobras, eine siebenköpfige
männliche Gestalt die ich nicht kenne und weitere Dinge. In einer Vieltelstunde habe ich mir alles angesehen.
Weiter geht es der Küste entlang. Von Turisten weit und breit keine Spur. Mir gefällt das, auch wenn ich deshalb als Exot genauer
begutachtet werde. Es herrschen Ruhe und Gemächlickeit. Viele Häuser sind verlassen. Vermutlich in der Hoffung auf ein bessere Leben
in der Stadt. Über einen weiteren Damm durch das seichte Meer geht es zur letzten so erreichbaren Insel. Diese ist in zwei Minuten
durchfahren. Am anderen Ende erstreckt sich eine Mole ins Meer Richtung nächster Insel. Die Mole wird gerade verbreitert. Busse
kommen und gehen ebenso wie die leute. Sie wohnen sicher auf den beiden nächsten Insel wohin Boote verkehren. Es ist Zeit für eine
Pause bei Wasser und Ingwerkesen. Beides bekomme ich in einem kleinen Laden. Kostet mich 80 Rappen. Das Wasser ist glatt, die Sonne
scheint und etwas vor mir rattern die Baumaschinen. Schade. Das Kommen und gehen in Ruhe zu beobachten wäre nett gewesen. Deshalb
mache ich mich bald auf zum Rückweg. Um Halb Eins bin ich in Jaffna und kaufe bei einer Händlerin Bananen und ein wunderbar reife
gelbe Mango. So müssten sie bei uns in den Geschäften liegen! Im Hotel esse ich einige Bananen und trinke ausreichend, bevor ich
mich in die andere Richtung, also gegen Norden aufmache.
Bis an die Nordküste soll die Fahrt 25 Minuten dauern. Der Verkehr ist zu anfangs dicht, nimmt jedoch zusehends ab. Der Strand
mit Kinderspielplatz ist Militärgelände. Der Zugang wird von einem Posten bewacht. Im windgepeitschten Meer baden einige Leute.
Beobachtet von einem Uniformierten. Beim Imbisstand mit Überdachung wird gearbeitet. Soldaten mit Trainingsanzügen schneiden,
schweissen, sägen und betonieren. Dieser nördlichste Punkt Sri Lankas ist sicher wegen seiner strategischen Lage vom Militär
beansprucht. Das man ihn der Bevölkerung öffnet finde ich wunderbar. Es ist eine doch spezielle Konstellation. Ein Ausflugsziel
im Militärgelände. Wie üblich treiben sich einige der überall zu anzutreffenden, herrenlosen Hunde auf der Suche nach Fressbarem
herum. Hier auch ein ganz verwarlostes, mit irgendeiner Hautkrankheit behaftetes Exemplar. Insgesamt sind die Tiere friedlich und
verhalten sich unterwürfig. Ganz im Gegensatz zu den äusserst forschen und aufdringlichen Affen. Kontakt suche ich zu den Hunden
auch mit Tollwutimpfung trotzdem nicht. Irgenwie scheinen die Tiere niemanden zu interessieren. Im ganzen Land werden sie sich
selbst übelassen. Während meiner Anwesenheit kommen zunehmend mehr Menschen. Ich habe genug gesehen und will auf dem Heimweg noch
etwas für mein Nachtessen im Hotelzimmer kaufen. Heute wird zu Hause gegessen. Dann Bericht geschrieben und hoffentlich noch einmal
gut geschlafen.
Um Vier oder Fünf Uhr geht das Gesinge ab CD oder so im naheliegenden Hindutempel wieder los. Gestern war ich so geschafft, dass
ich es nicht wirklich wahrgenommen habe. Da der Hitze wegen die Fenster offen sind, höre ich es umso deutlicher. Klimaanlage mag
ich nicht. Zeitig stehe ich auf. Frühstück wird im Zimmer vom Selbstgekauften gegessen, um etwa um Acht Uhr los zu können. Die
Übernachtung kostet mich 60 Franken. Das Geld ist es nicht wert. Dafür hat das Hotel zuviele Defizite.
Bei Abfahrt regnet es leicht. Die Strassen sind um diese Zeit noch recht leer. Zügig bin ich aus Jaffna draussen. Die ersten
zweieinhalb Stunden der Fahrt kenne ich schon. Auf dem Hinweg bin ich im Niemandsland am sogenannten Elefantenpass - der liegt
übrigens 2.7 Meter über Meer - an einem gepanzerten Bulldozer in Tarnfarben vorbeigekommen. Das will ich mir ansehen und halte.
Es ist ein Gedenkplatz für einen Helden der Srilankesischen Armee. Die tamilischen Seperatisten hatten den Bulldozer mit
Sprengstoff vollgepackt in Richtung Armeecamp fahren lassen. Da hat ein 26-jähriger Korporal das Himmelfahrtskommando auf sich
genommen und den unbemannten Bulldozer mit Granaten zum Stillstand gebracht. Er ist dabei ums Leben gekommen. Postumen wurde er
mit der höchsten Medallie geehrt die es zu vergeben gibt und er als erster erhalten hat. So steht das skurrille Gefährt nun auf
dem Platz neben der Hauptstrasse, im Hintergrund eine Statue des Helden. Ich glaube nicht, dass ich meine Leben für so etwas
opfern würde. Ein konstanter Begleiter ist heute der Regen. Spätestens alle Halbe Stunde durchfahre ich eine leichte Schauer.
Weiter geht es auf der beinahe schnurgerade verlaufenden Hauptstrasse durch das eher wenig besiedelte Gebiet. Abwechslung bringt
das Öffnen und Schliessen der Lüftungsschlitze am Kombi. In Vavuniya zweigt die Strasse nach Trincomalee ab. So habe ich
hoffentlich etwas Neues zu sehen. Dem ist so. Die Strasse hat Kurven und es geht etwas hoch und nieder. Im Flachen liegen
Reisfelder und Staubecken zur Bewässerung. Eine schönere Strecke als jene von vorhin. Langsam tut mir der Hintern weh. Die
Sättel der CRF sind nicht für solch lange Fahrten gemacht. Zur Schwerzlinderung fahre ich teilweise im Stehen. Nach gut vier
Stunden bin ich am Staadtrand von Trincomalee. Da Osmand das Hotel nicht kennt wird auf Goole Maps umgeschltet. Die Unterkunft
finde ich ohne Mühe. Von meine Zimmer im zweiten Stock hat man einen tollen Blick auf den aufgewühlten Indischen Ozean. Das
Zimmer ist wirklich schön. Warmwasser gibt es auch. Das nütze ich aus um meine Kleider zu waschen. An der alten Mammut Hose
lösen sich die origienal geklebten Reissverschlüsse. Der freundliche Besitzer erklärt mir den Weg zu einem Laden wo ich
Sonnencreme, Mückenvertreiber und Wasser kaufen kann. Faden um die Reissverschlüsse festzunähen finde ich nicht. Danach sehe
ich mir etwas den kilometerlangen und menschenleeren Strand an. Ich glaube nicht, dass der Strand je überfüllt ist. Dafür sind
noch zuwenige Hotels vorhanden. Als einzelnes Belichgesicht falle ich auf. Schon versucht man mich in ein Lokal zu locken. Ich
lehne dankend ab.
Auf die Frage nach einem Laden für Faden beginnt der Hoteleigentümer in einem Kasten zu kramen. Tatsächlich findet der eine grosse
Spule davon. Sogar die Farbe passt gut zu jener der Hose. Meinen Spätnachmittag verbringe ich damit, die Reissverschlüsse wieder
einzunähen. Mein Kleben zuhause mit Sekundenleim hat nicht lange gehalten. Zwei der vier schaffe ich, die anderen werde ich ich
morgen machen wie üblich schreibe ich vor dem Abendessen. Währenddessen versammeln sich die Saatkrähen im grossen Baum der zwischen
dem Hotel und dem Strand steht. Das Krächzen der Dutzenden Vögel ist bald lauter als als die Brandung. Einige spähen auf der Terasse
nach Essbarem. Ich befürchte eine unruhige Nacht. Doch kaum ist es Dunkel herrscht absolute Ruhe. Das sei immer so, Versichert mir
der Eigentümer. Morgens um Halb Sieben gehe es dann wieder los, bis sie ausfliegen. So werde ich wohl keinen Wecker brauchen. Wie
sowieso eigentlich kaum. Da immer irgendwo her Lärm kommt.
Für mein Nachtessen habe ich grosse Garnelen mit Reis und Gemüse bestellt. Es wird mir auf die Terasse serviert. Ausser der
Brandung ist nichts zu hören. So gefällt mir das. Irgendwie klingt zwar der weibliche Gesang aus dem Hindutempel nach. In vieler
meiner Ferien gibt es Musik, die ich damit verbinde. Sei sie mitgebracht oder vor Ort gehört. Diese wird es wohl für Sri Lanka
sein. Mir gefällt es. Villeicht weil ich es mich weiter im Halbschlaf gewiegt hat. Schade habe ich keine Kopie davon.
Der Saatkrähnewecker hat nicht gekrächzt. Zumindest hat er mich nicht geweckt. Ich habe das Neujahr wunderbar verschlafen. Es gab
weder Feuerwerk noch Knallerei. Mein Frühstück besteht aus dem Rest von gestern Morgen. Einen Wasserkocher und Tee habe ich im
Zimmer. Danach nähe ich noch die beiden anderen Reissverschlüsse an der Hose fest um den Faden zurückgeben zu können.
Heute will ich mir endlich ein Fort ansehen. Hier gibt es wie an allen strategisch wichtigen Punkten in Sri Lanka auch eines.
In Zehn Minuten bin ich an der Landzunge, auf welcher das Fort steht. Es ist viel Verkehr hinein. Ich fahre einfach einmal hinterher.
Ein Parkplatz wird zugewiesen. Festlich gekleidete Einheimische sind alle Richtung der Spitze der Landzunge unterwegs. Beidseits der
des Weges sind stände mit Mitbringsel und Opfergaben aufgebaut. Die Umgebund ist noch feucht vom heftigen Regen der Nacht. Der Weg
steigt an. Ich stehe an einem Hindutempel. Erbaut an jener Stelle, an welcher die lieben Portugiesen im 17. Jahrhundert den
prächtigen Vorgänger zerstört haben. An den umliegenden Schreinen wird gebetet. Im Tempel bimmelt es laut und wird gesungen. Dahinter
werden auf einem Holzblock Kokosnüsse zerschmettert. Die Schale verkörpert ist Sinnbild für unseren Körper das weisse Fruchtfleisch
das Herz und die Flüssigkeit unser Ego und Anhaftungen. Damit sollen diese freigelassen und sich davon gelöst werden. Zwei Teenager
haben ihre Hände mit Henna verziert und erlauben mir, die Handrücken zu fotografieren.
Draussen ahbe ich genug gesehen und steige über die Schwelle ins Innere. Es halten sich alle daran nicht zu fotografieren und so mache
es auch ich. Der Tempel ist deutlich kleiner als jener in Jaffna. Dafür ist hier etwas los. Es wird gebetet und die die Schreine
umkreist. Dann geht das Glockenläuten wieder los. Mir schallen meine Ohren. Ich suche Schutz hinter einer Säule. Was jetzt genau
abgeht weiss ich nicht, aber Priester sammeln Zettel ein und bringen Opfergaben dar. Vielleicht weisen die Zettel Spendenbeträge
der Pilger aus. Wieder draussen sind es deutlich weniger Leute als bei meiner Ankunft. Ich gehe etwas herum und sehe dann einen
Schalter für Eintrittskarten zum Fort. Der Spass soll sechs Franken kosten. Je mehr ich mir die Wegbeschreibung und spärlichen
Bilder ansehe, desto weniger Lust verspüre ich, für ein paar Mauern soviel Geld auszugeben. Das brauche ich lieber für etwas zu
Essen und Wasser. All dies kaufe ich mir in dem am südlichen Strand gelegenen Caritas Laden. Der Strand ist sauber, liegt etwas
windgeschützt und das Wasser ruhiger. Ein guter Platz um eine Tüte Chips zu essen bevor ich ins Hotel aufbreche um noch die
Papaya zu verzehren.
Abgesehen vom Fort und dem Tempel gibt es in Trinco nicht allzu viel Sehenswertes. Der Rest des Nachmittags schreibe ich Bericht
und gehe dann nordwärts dem Strand entlang. Palstikmüll liegt auch hier herum. Vor allem PET-Flaschen. Sonst wäre es ein schöner
Strand. Dieser Küstenabschnitt wird wie schon erwähnt nicht einmal zur Hälfte durch Hotels belegt. Der Rest ist von mit ihren
Häusern bewohnt. Sie sind gerade daran, ihr Fanggerät in Ordung zu bringen und die Boote für den nächsen Fang vorzubereiten.
An der Mündung eines Baches kehre ich um. Mir gefällt, dass im Abstand von fünfzig Metern eine Kirche und ein Hindutempel
nebeneinander am Sandstrand liegen. Ein Fischer stellt mir die obligate Frage; "were you from?". Meine Standartdantwort darauf
lautet; "Faraway". Nach der dritten Wiederholung meint er scheinbar, dass es sich dabei um einen Ort handelt, was mich amüsiert.
Mir kommt Shrek in den Sinn. Zurück im Hotel unterhalte ich mich mit dem Besitzer über den Plastikmüll. Die umliegenden Unterkünfte
bezahlten einen Strandreiniger. Es sei eine endlose Geschichte. Er nennt mir verschiedene Ursachen. Die Passivität der Regierung.
Das mangelnde Umwelbewusstsein der Leute und fremde Einflüsse. Letzthin hätten sie haufenweise Plastikflaschen mit thiländischer
Schrift angeschwemmt bekommen. Vielfach auch indischen Abfall. Wohin wird wohl der hiesige Müll hingeschwemmt?
Während des Schreibens des letzten Abschnitts ist es dunkel geworden. Die Saatkrähen haben sich haben sich im Baum schlafen gesetzt
und die Brandung übernimmt wieder die Geräuschkulisse. In Kürze gibt es mein Nachtessen.
Bezahlt, gepackt, und losgefahren. Die Fahrstrecke nach Habarana ist abwechslungsreicher als die bisherigen. Rundherum kommen
bald Hügel in Sicht. Ich kann die erste Tafel welche auf Elefanten hinweist fotografieren. Die Hinterlassenschaften sind am
Strassenrand überall zu sehen. Einen Elefanten selbst jedoc nicht. Nach eineinhalb Stunden stehe ich in der Einfahrt der Nethu
Herbal Villa, wo ein Zimmer für mich reserviert ist. Eigentlich ist es ein kleines Bungalow. Zur Begrüssung erhalte ich einen
Kräutertee und unterhalte mich welche Option die bessere sei. Heute Sigiriya und Dambulla gemeinsam oder erst Polonnawura allein
anzusehen. Der Eigentümer meint es sei besser nach Polonnawura zu fahren. Also mache ich mich auf den Weg für die fünfzigminütige
Fahrt. Wieder geht es duch die Natur. am Strassenrad stehen Hinweistafel zum Umgang mit wilden Tieren. Nach einigen Kilometern
steht ein Elefant am gegenüberliegenden Strassenrand. Die heimischen sind deutlich kleiner als die afrikanischen. Er frisst
seelenruhig und lässt sich nicht vom Verkehr beirren. Mit Respektabstand mache ich ein Bild. Bis zum Ziel sehe ich ausser Affen
keine weiteren Tiere mehr.
Den Billettschalter für den Zugang zur antiken Anlage zu finden, braucht einige Minuten. Meine Hauptaufmerksamkeit gilt
richtigerweise immer dem Verkehr. Die dreissig Dollar Eintritt zahle ich mit der Kreditkarte. Das Museum liegt gleich hinter
dem Schalter. Es befinden sich etliche interessante Austellungsgegenstände darin. Leider ist alles sehr düster gehalten. Für
den Preis müsste mehr drinliegen. Insbesondere die Reparatur der Beleuchtung. Das grossräumige archäologische Gelände liegt
einige hundert Meter entfernt. Als erstes biege ich nach rechts zum Königspalast und einem Tempel ab. Die parkähnliche Anlage
ist gut unterhalten. Von den Gebäuden steht nur noch wenig. Viele ausgegrabene Ziegelmauern von ehemaligen Gebäuden die den
Palast umgeben haben sind zu sehen. Der Palast selbst ist ebenfalls massiv gemauert und soll einmal mehere Stockwerke hoch
gewesen sein. Zwei davon sind noch zu erkennen, ebenso wie Putzreste am Mauerwerk. Eine Toilette hatten sie in einer Ecke der
umliegenden Räume.
Einige hundert Meter Richtung Westen liegt der Tempelbereich. Vor dessen Besichtigung kaufe ich noch Wasser. Trinken muss sein.
Die ältere Frau verlangt 300 Rupien. Normalerweise kosten 1.5 Liter 130 Rupien. Ich biete ihr 150 Rupien an. Sie willigt
zerknirscht ein. Erstaunlich welche Varianten von Tempeln auf dem fünf Meter hohen Plateau vorhanden sind. Eine ein runder,
ein hoher abgestufter, ein grosser mit hoher Kammer, eine quadratischer mit Steinmauern und kleinere von denen nur noch die
Säulen stehen. Wie üblich soll man die Schuhe ausziehen. Das mache ich erst zum Schluss für einen kurzen Rundgang. Die Sonne
kommt hinter den Wolken hervor. Es wird richtig warm. Zum Glück habe ich alle Tempel gesehen.
Es geht weiter nach Westen in den Klosterbezirk. Beidseits der Strasse sind unzählige Reste von Mauern, Säulen und Stupas zu
erkennen. Alles ansehen kann und will ich nicht. dafür würde auch die Zeit nicht reichen. Nach einigen hundert Metern bin ich
an einem Klosterbezirk mit grosser, höher gelegener Stupa. Die Souvenirverkäufer wollen mir ihre Sachen andrehen. Dieser
Klosterbezirk ist riesig. Um die Stupa sind kleinere vereilt, dazu Wohn- und Sakralbauten in Mengen. Ebenso ist ein
Wasserbecken vorhanden. Die Backsteinmauern einer etwa 20 Meter hohen Halle beherbergen einen ebenso grossen stehenden
Buddha. Alles was heut in rotem Backstein erscheint, war seinerzeit verpuzt und reich dekoriert. Teilweise sind noch Reste
davon vorhanden. Heute liegen die roten Ziegelsteine in üppigen Grün und von Pflanzen überwachsen vor mir. alles ist sehr
idyllisch. Ich stelle mir vor wie es vor tausend Jahren gewesen sein muss. Sicher mit deutlich weniger Grün, dafür von
hunderten wenn nicht sogar tausenden Möchen belebt. Die Lehrhalle ist die grösste Bekannte auf der Welt.
Einen kurzen Fussmarsch entfernt ist ein kleiner Bereich mit hübschem Teich und vier Buddhadarstellungen die aus dem Granit
gehauen sind. Der Linke sitzt uns ist etwa drei Meter gross. Es folgt eine Vertiefung im Fels mit einem weitern kleinen
sitzenden Buddha. Der rechts der Mitte Stehende ist ewa 7 Meter hoch. Ganz rechts liegt ein etwa 15 Meter langer Buddha. Alle
sind noch gut erhalten. Das Herausarbeiten aus dem harten Granit mit einfachen Metallwerkzeugen hat sicher eine Weile gedauert.
Am daneben sichtbaren Felsen sind noch etliche Bearbeitungsspuren zu sehen. Um den Felsen zu sprengen haben sie mit Meisseln
feine Schlitze für ein etwa 3 mal 10 Zentimeter grosses Rechteck herausgearbeitet. Dann den Kern herausgebrochen, um hernach
sicher mittels quellenden Holzkeilen des Fels zu spalten.
Mittlerweile ist es Vier Uhr. Im Schatten der Bäume unter Beobachtung der Affen leere ich noch eine Flasche Wasser und esse
einige Vollkornkekse. Bis jetzt werden es an die vier Liter Wasser gewesen sein. Gegessen habe ich heute dafür weniger. Etwa
20 dieser Kekse. Wie üblich wenn ich so unterwegs bin, esse ich nur wenig bis gar nichts. Intervallfasten schadet nicht. Das antike
Polonnaruwa ist gesehen. Der knapp stündige Rückweg steht an. Um Fünf tanke ich in Habarana und kaufe erneut Wasser sowie Cashew
Kerne. Bis zum Nachtessen in der Unterkunft bleibt noch eine Stunde die ich zum Schreiben nutze. Beim Reis mit Hühnchen
unterhält der Besitzer sich mit mir. Er erzählt von seinem Kräutergarten in dem ich nun wohne und was er sonst so gemacht hat.
Sein betagter Vater sitzt schweigend daneben. Ich esse in seinem Laden wegen der Fliegen draussen. Mir ist das recht, auch wegen
der Steckmücken. In den Gestellen stehen diverse Naturprodukte zum Verkauf. Eines werde ich sicher benötigen. Mückenvertreiber.
Um Neun will ich am Lions Rock in Sigiriya sein und schaffe das auch. Diesen Königspalast auf dem riesigen Gneisfelsen einmal zu
sehen, war seit mindestens einem Jahrzehnt mein Ziel. Wie landesüblich ist die Kundenführung verwirrend. Der Bilettschalter für
Fremde ist zu suchen. Der Zugang kostet nun nicht mehr 30 sondern 35 Dollar. Der Preis lässt mich kurz zögern, kaufe dann aber
doch, um das eindrückliche Monument sehen zu können. Scheinbar sind alle Besucher gleichzeitig gekommen. Der Andrang ist gross.
Deshalb verweile ich nicht in den vorgelagerten königlichen Gärten, sondern durchschreite diese zügig, um schnell an den Fuss
des Felsen zu kommen. Erst geht es noch im Gelände bis zum Fuss des eigentlichen Felsen. Von der riesigen Löwenstaue welche
einst den Zugang zum Felsen bewachte, sind nur noch die Pranken übrig. Im Gänsemarsch geht es von den Pranken nun über eine
Stahltreppe dem senkrechten Felsen entlang hoch. Ich komme mir vor, wie am Mount Everest für Arme. Auch hier scheinen einige
Sauerstoff zu benötigen. Andere haben vermutlich Höhenangst und schmiegen sich felsseitig. Immerhin bleibt mir so Zeit,
anhand der in den Gneis geschlagenen Scharten vorzustellen, wie gefährlich der ursprüngliche Aufstieg am etwa 150 Meter hohen
Fels gewesen sein muss. Nach etwa 15 Minuten oben angekommen begebe ich mich nicht wie alle anderen zum höchsten Punkt des
Plateaus wo einst der Königspalast stand, sondern in die tiefer gelegenen Palastgärten. Die Aussicht von hie oben ist umwerfend.
Man sieht sicher an die fünfzig Kilometer weit. Aus der umgebenden Ebenen erheben sich weitere Felsen und Berge. Keiner jedoch
so markant und dominant wie der Löwenfelsen. Hier oben zu wohnen würde mir es auch gefallen. Besonders dazu noch ein Bad im über
dem an der südlichen Klippe gelegenen Badebecken zu nehmen. Die Königs wussten zu Leben! Auch wenn der Ort nur eine Amtszeit
als Königssitz diente. Am tiefsten südlichen Punkt des Plateaus sind etwas abseits zwei Nischen. Kaum jemand kommt dorthin.
Ich geniesse die Aussicht in Ruhe. Der höchste Bereich ist voller Besucher. Affen machen diesen ihr Essen abspenstig. Wie
immer kommen sie mit der Masche durch. Sogar zwei Hunde sind hier oben auf dem Felsen! Ein QR-Code hat Informationen angeboten.
Die will ich nun ansehen. Beim öffenen der Seite tut sich ein spärlicher Inhalt auf. Null Informationen zur Geschichte der Stätte.
Die beschaffe ich mir deshalb auf dem Netz.
Ich habe genug gesehen. Auch er Rummel wird mir zuviel. Zeit abzusteigen. Das dauert länger als der Aufstieg. Etliche Personen vor
mir ist tatsächlich eine junge Frau mit Höhenangst. Mit der Sicht in die Tiefe hat sie scheinbar die Angst gepackt. Vorn und
hinten gestützt tastet sie sich Stufe für Stufe nach unten. Endlich dort angekommen wird von der Gruppe applaudiert. Das ist
Selbstüberwindung! Hinunter zum Fuss des Felsen geht es nun nicht mehr denselben Weg wie vorhin. Über ein Felsband mit verputzter
Mauer geht es dem Fels entlang. Nach zwei Drittel kann man über eine Wendeltreppe die Reste der Wolkenmädchen ansehen. Das sind
alte Darstellungen von Frauen mit nackten Brüsten. Sozusagen des Königs Frauenmagazin. Die Brüste der Frauen sind "geliftet".
Man erkennt, dass die Brustwarzen später einmal nach weiter oben retouchiert wurden. Fotografieren ist strengstens verboten.
Weshalb auch immer. An den Hängen um den Fels befinden sich unter mächtigen Felsblöcken ehemalige Räume und Klosterresten.
Alles sehr ruhig und grün. Ein schöner Ort um langsam absteigend sich den Eindrücken hinzugeben. Nach drei Stunden bin ich
im Bereich des Ausgangs. Man wird durch Verkaufsstände für Touristen geschleust. Für einen Liter Wasser wollen die Händler
200 Rupien. Dumm nur das ich einerseits weiss, dass es nur 100 kosten würde und dies sogar noch auf der Flasche steht. In
Sri Lanka sind viele der offiziellen Verkaufspreise auf den Artikeln angeschrieben. Ich winke den Verkäufer nahe heran und
flüstere mein Angebot. Weil heute sein Glückstag sei, gäbe ich ihm 120 Rupien. Der Einkaufspreis läge bei 70. Also hätte
er guten Profit. Ihm fehlen die Argumente und er willigt ein. Gleich stürze ich Dreiviertel hinunter und kann nun noch in Ruhe
die Gärten im leicht abfallenden Gelände besichtigen. Eindrücklich was hier mit Wasser gestaltet wurde. Eine grosser Teil der
Anlage wurde restauriert.Über ein durchdachtes System fliesst das Nass bergab durch Kanäle, Speier und kleinen Brunnen.
Beim Motorad leere ich noch den Rest der Flasche. Weiter geht es nach Dambulla zum Höhlentempel.
In 25 Minuten bin ich am anderen Ende von Dambulla am Tempelugang angelangt. Am Fuss des der Felskuppe ist ein Tempel mit mächtiger
Buddhastatue, seitlich davon geht es eine Treppe hoch. Auch hier ist einiges los. Vor allem Einheimische sind unterwegs. Sie
feiern das Vollmondfest. Nun um 13:30 ist es richtig warm. Es geht hunderte Stufen den Berg hoch. Beidseits werden Fruchtschnitze
mit irgendeinem Zuckerzeugs verkauft. Das zu geniessen überlasse ich den Einheimischen. Einige Touristen kaufen lieber frisch
gepressten Orangensaft. Das wäre auch meine Wahl. Auf halben Weg weist ein Schild auf den Ticketkauf für Fremde hin. Dafür muss
man auf der anderen Seite den Hügel wieder hinunter. Toll gelöst! Darauf habe ich nun gerade gar keine Lust. Mal sehen ob die
Sache wirklich so eindrücklich ist, wie allgemein kundgetan wird. Ich frage deutsche Turisten danach. Sie sind mässig begeistert.
Also erst einmal den Platz von aussen begutachten und dann entscheiden. Oben angekommen sehe ich nichts Vielversprechendes, was
den Ab- und erneuten Aufstieg sowie die drei Franken rechtfertigen würden. Somit bleibt es bei Bildern von der Umgebung und dem
Löwenfelsen in der Ferne. Für heute habe ich genug gesehen. Für den Rückweg von Dambulla nach Habarana nehme ich die Hauptstrasse.
Wieder stinkt es im Aussenviertel von Dambulla total vergammelt. Keine Ahnung was die da machen. Aus der Stadt draussen führt die
Strasse entlang eines Naturschutzgebiets. Im Abstand von zehn Minuten sehe ich je drei Elefanten ruhig an der Strasse fressen.
Zwei davon sind mit Sendern ausgestattet. Ich bin jedes Mal von den Tieren beeindruckt und würde gerne näher hin. Doch wilde
Tiere bleiben wilde Tiere. Nach Drei bin ich ich wieder daheim. Die Zeit wird genutzt um meine nächste Reisestation, sprich die
Unterkunft, auszuwählen. Es darf etwas Schönes und auch Teueres sein. Geprägt von Zuhause merke ich, dass nach dem Chaos, dem
Abfall, dem Wildwuchs und Lärm mein Geist sich nach dem Gepflegten sehnt. Das aktuelle Zimmer ist zwar schön im Grünen gelegen,
aber ein doch vernachlässigtes Objekt. Es fehlt eben die fürsorgliche weibliche Hand. So nett mein Gastgeber auch ist, eine
Unterkunft zu betreiben ist nicht sein Hauptanliegen. Das ist zu spüren und zu sehen.
Um Fünf treffen wir uns wie verabredet zur Führung durch den Garten. Diese dauert rund eine halbe Stunde. Ich erfahre einige neue
Dinge. Zum Beispiel, dass es roten Ingwer gibt. Er zeigt mir einige Gewürzpflanzen, deren Aromen wir bei uns teilweise täglich
nutzen. Zimt, Kardamom, Nelken, Pfeffer und so weiter. Eigentlich habe ich mir etwas mehr erwartet. Trotzdem ist es spannend sich
mit ihm auszutauschen und so direkt etliches über Land und Leute zu lernen. Um Sieben haben wir uns verabredet gemeinsam mit seinem
Vater zu kochen. Der 83-jährige Mann spricht leider gar kein Englisch, was aber dank der Übersetzung seines Sonhnes der Zubereitung
des Currygemüses nicht im Weg steht. Die Küche würde einer Hygienekontrolle nimmer standhalten. Dank heiss kochen und Curry spielt
das zum Glück keine Rolle. Den Reis hat der Vater schon vorgekocht, der längeren Gardauer wegen. So machen wir Auberginen und
Okrabohnen mit Curry. Das Hähnchen hat seine Frau schon vorbereitet. Eigentlich bin ich mit der wenigen nötigen Zubereitung
unterfordert. Spielt aber keine Rolle. Spass macht es trotzdem. Während ich esse unterhalten wir uns. Der Vater und er werden erst
später essen, was ich schade finde. Gemeinsam wäre netter gewesen. Der volle Bauch und der ereignisreiche Tag machen mich müde.
Schon kurz nach dem Essen verabschiede ich mich zum Ausruhen im Zimmer und baldigen Schlafen.
Frühstück um Acht, Abfahrt um Neun. Den ersten Teil der Strecke bis nach Polonnaruwa kenne ich schon. Das war der abwechslungsreichere
Teil. Danach wird es flach und und die Strasse verläuft über weite Strecken geradeaus. Verkehr ist wenig. Die Landschaft ist vom
Reisanbau dominiert. Nach etwas mehr als zwei Stunden fahre ich die Rampe zum Komplex des Sunrise Hotels hoch. Es wurde mit 4.7 von
5 Punkten bewertet. Was ich bisher sehe passt. Der Preis für ein Zimmer mit Frühstück soll 85 Dollar kosten. Ich frage nach Rabatt und
erhalte 5 Dollar Nachlass. Beim aktuellen Kurs sind das rund 65 Franken. Alles ist wunderbar. Das Zimmer, die Anlage und der Strand.
Als erstes muss ich einiges Waschen. Das Badezimmer mit dem verschliessbaren Waschbecken und warmem Wasser bietet sich dafür an. Die
gestern gekaufte Waschseife funktioniert tadellos. Die Speckränder und Flecken an Leibschen und Hemd gehen grösstenteils raus. Nachdem
allesaufgehängt ist erkundige ich den Strand etwas und wate dann ins Meer. Der Ostwind treibt starke Wellen vor sich her. Mehr als bis
zur Brust vorsichtig gehe ich nicht rein. Die Temperatur ist angenehm. Der Wind verdirbt den längeren Aufenthalt. Am späteren
Nachmittag will ich mir das Nachtessen im nahen Kalkudha kaufen. In einem Laden kaufe ich eine Papaya, eine Mango und eine Drachenfrucht.
Dazu noch Kassabachips und Vollkornkekse. Bier besorge ich in einem Bierladen. Der ist wie üblich vergittert. Es werden ein Lion Stout
mit 8.8% Alkohol und ein Lion Lager für ein andermal. Bier ist eher teuer. Das Stout kostet 2.50 Franken und das Lager 1.80 Franken.
Dafür gibt es in Sri Lanka je ein Abendessen.
Kaum bin ich zurück geht ein Monsunschauer nieder. In meinem geschützten Balkon ist mir das egal. Ich gemiesse mein spezielles Mahl.
Danach schreibe ich noch bei Bandungsrauschen, Bier und Zigarre am gestrigen Bericht. Ich freue mich auf die Nacht im schönen Zimmer.
Die Nacht war angenehm. Schon gestern sind mir am Bauch wenige Stiche oder Bisse aufgefallen. Die Diagnose fällt mir nun leicht. Es
sind Bisse von Bettwanzen. Also war meine Skepsis zur bescheidenen Unterkunft nicht ganz unangebracht. Wobei man auch in Nobelherbergen
davon nicht verschont bleiben muss. Ich tröste mich damit, das Bettwanken immerhin keine Krankheiten übertragen. Ganz im Gegensatz
zu Mücken. Dafür jucken die Stellen mindestens noch eine Woche.
Der Strand ist menschenleer. Jetzt um Sieben Uhr ist die Temperatur mit der eher starken Brise ideal für etwas Bewegung. Ich brauche
etwas davon und renne deshalb barfuss den Strand von einem Ende zum anderen und wieder zurück. Es gilt auf die Korallenreste zu
achten. Auch wenn sie meist abgeschliffen sind, schmerzen sie beim drauftreten. Der Sand federt wunderbar ab. Zurück wird vor dem
Frühstück noch rasiert und geduscht. Das Buffet ist reichhaltig und mit mehr als mein Herz begehren würde ausgestattet. Selbst
Curry könnte ich schon geniessen. Ich bleibe konventionell kontinental. Brot, Rührei, Toast, Früchte und etwas Kuchen. Dazu Kaffee.
Die nächsten Stunden verbringe ich damit, meinen Reiseplan anzupassen. Eigentlich wollte ich über Kandy ins Zentralmassiv. Kandy
lasse ich ganz bleiben. Eine Grossstadt und nicht allzuviel zu sehen. Danach wäge ich ab, ob es sinnvoll ist, irgendwo zwischen
Nuwara Elya und Ella zu logieren und von dort aus beides anfahren zu können. Doch vielversprechende Unterkünfte die dazwischen liegen
sind rahr. Das Wetter passt auch nicht. Schön wird es erst in einigen Tagen. Erst in den Süden und dann ins Zentrum ist nicht sinnvoll.
Der Yala Nationalpark macht den Umweg über das Zentrum beinahe nötig. Schlussendlich werde ich wohl erst Nuwara Elya und dann Ella
separat anfahren. Der Aufenthalt im Süden wird wegen der Menschenmassen vermutlich kürzer ausfallen und sich auf die Gegend östlich von
Tangalle beschränken. Der höchste Berg Sri Lankas bei Nuwara Elya ist Militärstützpunkt. Er darf weder zu Fuss erklommen, noch mit dem
Motorrad die Aspahltstrasse hoch befahren werden. Nur Autos oder öffentliche Tuktuks sind erlaubt. Was für ein Dämpfer! Da ich
voraussichtlich genügend Zeit habe und noch mehr davon zum Planen brauche, buche ich noch eine Nacht im Hotel dazu.
Bei einem Strandspaziergang nach Süden lüfte ich meinen Kopf etwas aus. Zwei der Hotelanlagen sind vor Jahren im Rohbau stehen geblieben.
Einige ander scheinen verweist oder noch nicht geöffnet. Am südlichen Strandende sind viele Meter Strand weggeschwemmt und Bäume
umgefallen. An einigen Orten wurde wie in Kalpitiya den Strandverlust mit Sandsäcken zu stoppen. Hilft etwas, hinterlässt jedoch
Unmengen an Plastik im Sand. Das Phämen ist normal. Über Jahre oder Jahrzehnte baut sich der Strand auf und dann wieder ab. Insgesamt
sind sehr wenige Turisten anwesend. Das wird sich in einem Monat mit besserem Wetter sicher ändern. Nach dem Spazieren schwimme ich
einige Längen im Hundert Meter langen Hotelpool. Die Sonne zeigt sich leider nicht damit ich mich damit trocknen könnte. So muss das
Badetuch dafür herhalten. Schade. Danach schreibe ich am Bericht und sinniere über meine Reiseplanung. Ich weiss, das wird
sich in Wohlgefallen auflösen.
Der Wecker läutet um Halb Sieben Uhr. Heute morgen war mir beim Aufstehen schwindlig. Zum Glück legt sich das nach einer Minute.
Keine Ahnung weshalb. Draussen regenet es heftig. Eigentlich wollte ich Joggen gehen. Scheint heute nicht der Tag dafür zu sein. Dann
gibt es als Ersatz Liegestütze und Rumpfbeugen. Nach dem Duschen wird gefrühstückt. Das Buffet ist leer. Wegen der wenigen Gäste lohnt
sich so ein üppiger Aufbau nicht. Finde ich gut, auch wenn ich mich darauf gefreut habe. Wäre neben der Verschwendung von Arbeit
vor allem von Lebensmitteln. Trotzdem bekomme ich alles, was ich gerne hätte und das mehr als genügend.
Noch immer habe ich von der Unterkunft in Badulla keine Antwort über Whatsapp erhalten und rufe dehalb an. Etwas später schreibt mir
eine Malia zurück. Leider seien nur noch zwei Nächte möglich. So frage ich meine beiden erweiterten Favoriten an. Da erhalte ich in
kurzer Zeit später eine Rückmeldung. Beide können drei Übernachtungen anbieten. Preislich schenken sich alle drei nichts. Ich überlege
ob es nicht etwa doch sinnvoller wäre, erst einmalSnur zwei Nächte zu buchen. Wenn es mir dort in den Bergen gefällt müsste ich auf
eine Stornierung hoffen oder umziehen. Also werden es drei Übernachtungen. Zeit habe ich noch ausreichend. Ich sage jener Unterkunft
mit der besseren Lage und der höheren Bewertungsrate zu. Endlich ist das erledigt und ich muss nicht nach 5 Stunden Fahrt noch eine
nette Unterkunft suchen.
Bis in den Nachmittag erledige ich kleine Dinge wie Mani- und Pedicure. Studiere weitere mögliche Stationen im Süden. Schreibe den
Reiseplan um und sitze im Wind am Strand. Um Drei Uhr fahre ich nach Kaludah und kaufe bei einem Kleiderladen eine Regenjacke für
allfällige Unternehmungen in den Bergen. Die ersten Jacken die mir zeigt werden, sind eher für Einheimische geschnitten. Ich brauche
eine 52 und keine 42. Beim nachfolgenden Feilschen haben wir Spass. Er vor allem, weil er immer noch ein gutes Geschäft macht. Die
Regenjacke guter Qualität kostet mich sechs anstatt fünf Franken. Was solls... Der Verkäufer weist mir noch den Weg zu einem
Mopedreparateur. Der sitzt am Boden vor einem Motor der hier üblichen Roller. Ich frage ihn wegen dem Ölen der Kette. Das erledigen
wir zusammen. Dann möchte ich noch etwas die Kette spannen. Das versteht er nicht. Er versteht aber welche Schlüsselgrössen ich von
ihm möchte und erledige es selbst. Er staunt ob meiner Kenntnis zu den Schlüsselweiten un dem Kettenspannen. Weitere dazugekommene
Jungs schauen auch zu. Ein Weisser mit einer Enduro der selbst schrauben kann, haben Sie scheinbar noch nie gesehen. Geld will der
"Mechaniker" keines, ich hätte ja selbst geschraubt. Trotzdem erhält er 200 Rupien (50 Rappen) von mir.
Nun noch im nahen Cargills-Laden mein Nachtessen gekauft. Käse würde mich reizen. Der ist unglaublich teuer. Wenige Scheiben
Emmentaler kosten soviel wie ein gutes Nachtessen. Ich lasse es bleiben. Billigen Industriekäse will ich nicht. Der besteht nur
Pflanzenfett, Emulgatoren und Hilfsmittel. Dafür werden es zwei Bechernudeln. Natürlich auch nicht das edle Essen, aber Nudeln
hatte ich schon ewig nicht mehr. Noch Bananen und auch nicht gerade billige dunkle Schokolade gekauft. Das reicht vorerst mit
dem was ich noch habe. Nach dem üppigen Mal schreibe ich wie üblich den Tagesbericht und sehe mir dann auf einem amerikanischen
Bezahlkanal der im Hotel zu sehen ist den Film "No Country for old Men" an. Dann heisst es für mich Schlafen gehen.
Das Wetter verheisst eine trockene Fahrt. Von den Angestellten werde ich herzlich verabschiedet. Besonders die Leiterin der Rezeption
strahlt mich an. Wir haben uns gestern schon ein wenig unterhalten. Eine attraktive Frau mit Stil und guten Englischkenntnissen.
Tanken nicht vergessen! Schon bald liegt die Stadt hinter mir. Der Vekehr ist gering und die Landschaft reizvoll. Zur Fahrdauer liegen
mir unterschiedliche Angaben vor. Google meint gute vier Stunden. Osmand sagt keine 3 Stunden. Meist ligt die Zeit näher bei der
Vorhersage von Google, weil ihnen viel mehr Daten zu den Fahrbewegungen vorliegen. Trotzdem fahre ich falls möglich mit Osmand. Da
wird nicht dauernd irgend eine neuer Routenvorschlag gemacht.
Die Gegend wird hügelig. Ich fahre einige Kilometer einem riesigen beonierten Wasserkanal nach, der zur Bewässerung der Reisfelder
dient. Auf den Leitplanken wird Wäsche getrocknet. Pfauen balzen auf der Fahrbahn. Der Kanal wird von einem grossen Stausee
gespiesen. An zwei grossen Ablässen fliesst viel schlammiges Wasser weg. Es schwimmt viel Treibholz. Sicher beides Nachwirkungen
der Regenfälle vom November und des aktuellen Monsuns. Leider bin ich mit dem Fotografieren zu langsam. Der Pfau hat seine
Federn schon wieder ingepackt. Nach nicht ganz drei Stunden Fahrt geht es in die Berge. Allenthalben sind kleine Hangrutschungen
zu sehen. Die Strasse ist provisorisch geräumt. Je höher ich komme und die Berghänge steiler Werden, desto schlimmer werden die
Schäden. Reste von weggeschwemmten Häusern sind zu sehen. Braune Erdmassen überall. Es wird geräumt was mit der vorhandenen
Ausrüstung möglich ist. Zwei Mal muss ich für Räumarbeiten warten. Das mache ich gerne. Erstaunlich wie das Leben rundherum
seinen gewohnten Gang zu gehen scheint.
Über eine Krete komme ich in den Talkessel von Badulla. Das liegt auf etwa 700 Meter über Meer. Die Temeperaturen sind merklich
kühler. An den Bergen liegt Dunst. Wieder ist Tanken nötig. Das wird am Ortseingang erledigt. In zehn Minuten bin ich durch die
Stadt hindurch und auf der anderen Seite im am Hang gelgegenen 360° City View hotel. Der Name ist Programm. Man hat einen guten
Überblick über die Stadt. Die Fahrt hat mit Pausen und Fotografieren vier Stunden gedauert. Ich bekomme ein Eckzimmer im obersten
Stock mit toller Aussicht. Für den Preis von 14 Franken ist es ok. Dusche wie üblich neben dem Wc ohne Vorhang. Nach etwas
Plaudern mit dem gut Englisch sprechenden Eigentümer in meinem Alter schlägt er mir vor, heute noch den Dunhinda Wasserfall
zu besuchen. Den Eingang habe ich beim Kommen schon gesehen. Er ligt an einer HAarnadelkurve einige Kilometer von hier entfernt.
Um Ein Uhr stelle ich die Honda beim Zugang ab. Ein Einheimischer mit zugklapptem Schirm will 150 Rupien für das Parkieren
von mir. Das scheint mir suspekt. Ich bezahle nicht und werde mich erkundigen. Die Läden am Zugang sind beinahe alle verweist.
Am Bilettschalter bezahle ich 600 Rupien Eintritt. Meine Frage nach Parkgebühren verstehen die beiden Frauen nicht richtig.
Vermutlichweil es keine Parkgebühr zu entrichten gibt. Irgendwann meinen sie; "No Ticket, no Money". Meine Rede. Danach geht
es im Wald dem Berhang entlang. Mir kommt Madeira bei den Wanderungen entlang der Wasserkanäle in den Sinn. Der Pfad ist nass,
grösstenteils betoniert und verläuft den ersten Kilometer hauptsächlich horizontal. Alle hundert Meter liegen leere Bretterbuden
am Weg. Nur in einer möchte mir eine Frau einen Tee verkaufen. Davon hatte ich heute Morgen schon genug und immer noch
Sodbrennen. Zuiel Schwarztee vertrage ich nicht. Es kommen mir ein paar Leute entgegen. Es sind Turisten. Nun wird der Pfad an
gewissen Stellen abenteuerlich. Auch hier hat das Unwetter den Weg unterspült und das Geländer weggerissen. Bisher lässt sich
das noch gut meistern. Nur eine Stelle ist nicht auf den Fels gebaut und wenig vertrauenswürdig. Nach einer Viertelstunde bin
ich am Herkunftsort des Donnerns angelangt. Dem 70 Meter hohen Wasserfall mit seinem sedimentgefärbten Wassermassen. Je nach
Wind steht man auf der Aussichtsplattform im Sprühnebel. Eindrücklich aber nicht zum langen Verweilen einladend ist es hier.
Nach einigen Bildern und Umsehen geht es die Stufen wieder hoch und den selben Weg zurück. Es setzt Niesleregen ein. Die Affen
kauern aneinander auf einem Ast. Ich streife die gestern gekaufte Regenjacke über. Sie mitzunehmen war eine gute Idee.
Der "Parkplatzwächter" ist verschwunden. Mir recht. Keine unnötigen Diskussionen. Vis-a-vis der Tankstelle am Ortseingang von
Badulla habe ich einen Laden gesehen. Dort kaufe ich mein Nachtessen und Frühstück. In der Unterkunft wird nichts angeboten.
Das Wtter belibt trüb. Ich mache mir Gedanken zum weiteren Verlauf. Vermutlich werde ich der Wetterprogosen wegen nur zwei Nächte
anstelle der geplanten drei bleiben. Nach einigem Suchen finde ich eine Teefabrik, die Touren durch die Produktion, die Plantagen
oder einen Kurs in Teezusammenstellung anbietet. Die Fahrt dorthin dauert 45 Minuten. Leider ist für morgen Nieselregen angesagt.
Ich werde morn kurzfristig entscheiden, ob und wann sich ein geeignetes Wetterfenster ergibt.
Es ist 16 Grad Celsius kalt. ICh schlafe in den Kleidern. Was für ein Unterschied zur Westküste wo es so warm war. Mitten in der
Nacht weckt mich eine Steckmücke mir ihrem ekligen Ton. Also hänge ich doch naoch das Netz auf. Gestern war ich im Glauben,
es sei kein Moskito im Zimmer vorhanden. Vor dem Wecker höhre ich bereits, dass es regnet. Die Prognose sagt ab Zehn Uhr
Besserung an. So trödle ich rum. Korrigiere den Text von gestern und sehe nach, wohin ich im Süden könnte. Das Aufklaren
wird immer mehr nach hinten verschoben. Ich will nicht den ganzen Tag herumsitzen. Der Besuch der Teefabrik muss sein. Besser
heute als morgen. Eine Regenjacke habe ich ja. Unten ziehe ich mir die Endurohosen und die Stiefel an.
Um Halb Zwölf geht es hinaus in den Nieselregen. Die Fahrt zur Teefabrik führt von 700 auf 1250 Meter über Meer hoch. Begleitet
wird sie von Nieselregen Die Landschaft ist reizvoll. Oder was davon im Dunst und den Wolken zu sehen ist. Bei der Fabrik angelangt
stehen Dutzende Tuktuk davor. Klar bei dem Wetter. Man muss mit einem modernen Lift ins Obergeschoss der Fabrik. Dort sind Laden
und Billettschalter. In fünfzehn Minuten beginnt die nächste Fabrikbesichtigung für einen Betrag von 7.50 Franken. Der grosse
Laden ist voll mit Turisten. Ich höhre auch Schweizerdeutsch. Eine Gruppe verkostet Tee. Die anderen waren schon an der Führung
und kaufen aus dem Sortiment oder warten für eine Führung.
Es geht los. In Geschoss tiefer erhalten wir erst einen kurzen Gesamtüberblick zu den sechs Prozessen der Schwarzteeherstellung. Auf
diesem Stock werden die Teeblätter vorgetrocknet. Einen Stock tiefer werden sie gerollt und durch das aufbrechen der Zellen wird
der Oxidationsprozess welcher den ursprünglichen Gehalt von 2 Prozent Koffein auf über 90 Prozent ansteigen lässt. Danach werden
die brauchbaren gerollten Blätter sortiert, sonst wieder in den Prozess zurückgegeben. Was weiterverarbeitet wird, dem entzieht man
nun die ganze Feuchtigkeit. Danach wird noch einmal aussortiert und zsammengemischt. In diesem und im unteren Stock ist es sehr laut.
ICh frage mich auch, ob der Staub der Produktion nicht auch auf die Angestellten aufputschend wirkt. Einige tragen auf jeden Fall
Staubschutzmasken. Der Tee wird zum Schluss in grosse Papiersäcke verpackt und in den Hauptsitz nach Colombo zur eventuellen
Aromatisierung und endgültigen Portionierung gebracht. Ganz zum Schluss wird uns noch eine morderne Anlage gezeigt, die den Tee nach
Farbe sortieren kann. Ein ungewähnlicher Kontrast zu den altehrwürdigen englischen Maschinen. Die PflückerInnen arbeiten von Morgens
Halb Sieben bis Nachmittags um Halb Sechs. Mit drei Pausen für einen Taglohn von etwa fünf Franken. Der Prozess läuft 23 Stunden
am Tag. Um halb Sechs wird die Tagesernte eingebracht und vorgetrocknet. Das dauert 16 Stunden. Dann übernimmt die Tagschicht die
Weiterverarbeitung welche wir nun gesehen haben. In der Fabrik sind rund dreihundert undd draussen etwa 480 Leute angestellt. Es sind
vorwiegend Frauen. Nach einer Dreiviertelstunde steigen wir wieder ins Dachgeschoss hoch. Es folgt noch eine Verkostung der
verschiedenen Sorten. Von ganz schwachem bis zum starken Tee inklusive dem aromatisierten und dem Grüntee. Der wird in dieser
Fabrik nicht produziert. Das Kaufen spare ich mir. Das wird zum Reisende in Negombo gemacht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die
Preise dort nicht auch besser sind. Die 3000 Rupien für die Führung haben sich auf jeden Fall sehr gelohnt.
Den Heimweg trödle ich um noch etwas von der Landschaft mitzunehmen. Zum Glück ist der Verkehr nun geringer, was mir das Anhalten
einfacher macht. Auf dem Weg nach Badulla sehe ich noch eine Sargmanufaktur. Wie zur Strafe für das Fotografieren der Holzsärge
erwicht mich eine kurze und heftige Schauer, bevor ich in einem grossen Laden etwas Verpflegung kaufe. Vom Laden zum Hotel bleibt
es zum Glück trocken. Trotzdem sind meine Unterwäsche und die Motorradhosen nass. Ich hoffe das trockent bis morgen. Während
der Nieselregen weitergeht schreibe ich den Bericht. Es gibt sonst nicht viel zu tun in dieser Stadt. Auf jeden Fall nichts was
im Regen Spass machen würde.
Nach Einbruch der Dunkelheit trifft ein deutsches Paar ein. Wir unterhalten uns. Danach erscheinen noch drei einheimische Gäste mit
Essen und Vodka auf der Dachterasse. Schon gestern sind drei solche Geschäftsleute aufgetaucht. Es scheint wie an anderen Orten auch.
Wenn die Männer nicht unter Kontrolle der Frauen sind, schlagen sie über die Stränge. Auf der überdachten Terasse ist es kalt und
windig. Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück und ziehe mir den Film Cliffhanger mit Silverster Stallone rein.
Da ich gestern schon um Neun Uhr eingeschlafen bin, erwache ich heute um Halb Sieben. Das ist gut so. Irgendwo habe ich etwas gegessen
oder getrunken, was mir nicht gut bekommt und mir auf die Verdauung schlägt. Nicht gerade ideal für die heutige Weiterfahrt. Hunger habe
ich, was ein gutes Zeichen ist. Zur Ergänzung trinke ich noch einen isotonischen Drink und nehme eine Tablette. Für die nächsten zwei
Stunden ist wenig Niederschlag angesagt, auch wenn die Wolken nach wie vor tief hängen. Ich breche auf. Mit jenen Gästen von gestern und
noch einigen, die ich gar nicht habe ankommen sehen.
Am südlichen Stadtrand tanke ich wie üblich vor einer Fahrt. Die Strasse schraubt sich Richtung Passara über einen Pass hoch auf 1200
Meter. Teepflanzungen und Erdrutsche säumen die Strasse. Danach geht es nach Passara hinab. In der Ferne sehe ich blauen Himmel!
Die Strasse ist wenig befahren und gut ausgebaut. Ich geniesse die Kurven. Der Asphalt wird nun sogar trocken. Doch zu früh gefreut.
Zuerst darf ich noch einmal einen leichten Schauer durchfahren. Danach ist nun hoffentlich Schluss mit dem trüben Wetter. Je weiter
ich hinunter komme, desto weniger Wolken sind am Himmel. Im Flachen kann ich wieder alle Lüftungsschlitze an, wie auch die Jacke
selbt öffnen. Ich geniesse die Fahrt und die abwechslungsreiche Landschaft. Nach zwei Stunden komme ich in den Bereich, ab welchem man
auf der B35 auf einer Strecke von 15 Kilometern einen Teil des Yala Nationalparks durchfährt. Wie schon eine Woche zuvor sehe ich
kurz vor dem Eingang in den Park tiefliegenden Drähte, ähnlich zu tief montierter Telefonleitungen, an einem Graben auf einer
Strassenseite und realisiere nun wozu diese sind. Sie sollen das besiedelte Gebiet auf der anderen Strassenseite vor den Elefanten
schützen. Also ein Elefantenhüterzaun. Berühren werde ihn nicht. Nach einer Strassensperre die aber niemand bewacht, bin ich im
Parkgelände. Wieder sind die Hinterlassenschaften der Elefanten zu sehen und schon nach zwei Kilometern ein grosses Exemplar derer
Produzenten. Wie üblich halte ich Respektabstand um ein Bild zu machen.
Mit niedrigem Tempo rolle ich weiter und schaue auf alle Seiten, was noch zu sehen sein könnte. Es gelingt mir ein Foto von den
Axishirschen mit ihrem weiss getupften Fell zu machen. Ein Waran hat sich zu schnell im Gebüsch verkrochen. Leider kein Foto. In der
Mitte der Strecke bei Galge, kann man mit den Safarijeeps und entsprechender Genehmigung für 50 Dollar, die Barrieren passieren und
in den Park abzweigen. Kurz vor der Ausfahrt aus dem Parkabschnitt steht noch ein Elefant an der Strasse. Nach der Parkausfahrt sehe
ich nach, wo ich hin könnte. Kurzentschlossen wähle ich eine Unterkunft in Kirinda. Auf dem Weg an den Küstenort kommen mir unzählige
Safarijeeps entgegen. Vermutlich sind sie auf dem Rückweg aus dem südlichen Teil des Parks.
Bei der Unterkunft in Strandnähe ist es richtig warm. Das Zimmer mit Bad ist spartanisch und soll neun Franken kosten. Dass mit
der Einrichtung gespart wird, ist verständlich. Alles aus Holz ist potentiell durch Termiten gefährdet. Wett gemacht wird das Zimmer
durch die Nähe zum Strand und die ruhige Lage mit grossem Garten. Neben mir ist noch der 60-jähriger Schwede Ismo anwwesend. Er
verbringt hier seit Jahren seinen Urlaub mit Fischen im Meer. Dieses Jahr sei er zwar wegen der rauen See kaum dazu gekommen, hätte
dafür aber seinen bisher grössten Fisch mit 45 Kilo Gewicht gefangen. Die Fische werden nach dem Hereinholen üblicherweise wieder
vom Haken befreit und ins Wasser entlassen.
In Badehosen und Leibchen gehe ich an den Strand. Am Rand steht eine Reihe ärmlicher Hütten. Es stinkt. Die meisten sind illegal
wie ich später erfahre. Ein Schandfleck für den schönen Strand. Der Eigentümer meiner Unterkunft hofft, dass sie bald wegkommen.
Einige Einheimische baden. Turisten sind so weit im Südosten, ausser im Yala Nationalpark, noch wenige anzutreffen. Das wird sich
sicher noch ändern bei den schönen Stränden. Der Strand ist eher steil und die Wellen gross. Ich bin vorsichtig und gehe wie
angewöhnt nur bis Brusttiefe ins Wasser. Es ist angenehm. Danach erkunde ich noch die beiden hinter den Wellenbrechern liegenden
Strandabschnitte. Westlich liegt ein noch steilerer Sandstrand mit riesigen rundgeschliffenen Felsen. Östlich liegt der kleine
Hafen mit dutzenden bunten Fischerbooten.
Heute muss es wieder einmal etwas Gekochtes zu essen geben. Dafür fahren ich einige Minuten zu einem Strandlokal mit Infinitipool.
Ein sehr schöner und gepflegter Platz. Entsprechend hoch sind auch die Preise. Ein Liter wasser kostet 570 Rupien. Beinahe das
Sechsfache des Ladenpreises. Es tummeln sich einige junge Holländer im und am Pool. Einer beschallt mit seiner Boombox das ganze Lokal.
Das knapp an meiner Schmerzgrenze. Genau das ist die Sorte von Turisten die ich nicht brauche. Für mich gibt es Nudeln mit Gemüse und
Hühnchen. Dazu Wasser. Das Essen ist lecker, kostet aber auch stolze zehn Franken. Den Rückweg trete ich im Dunkeln an. Das erste
Mal, dass ich nachts fahre. Ein unberechenbares Erlebnis. In Sri Lanka habe ich noch kein Fahrräder mit Licht gesehen. Dafür blendet
das Licht der entgegenkommenden Fahrzeuge. Die Einheimischen sind dank ihrer Hautfarbe nachts auch eher schlecht zu erkennen. Ich
schaffe es unversehrt für ein paar Sachen in einen Laden und zum Zimmer. Draussen sitzen der Schwede Ismo und der Sohn der Eigentümer
namens Rashan. Während wir uns unterhalten, stossen noch die beiden Fischer mit welchen Ismo hinausfährt, dazu. Sie bringen einheimische
Süssigkeiten mit. Es wird eine Flasche Arak-Schnaps besorgt. Der Schwede und der Fischersgehilfe genehmigen sich einen Drink.
Vermutlich auch, weil sie seit tagen nicht hinausfahren können. Ich rauche eine Zigarre und wir unterhalten uns über allerlei.
Der Fischergehilfe genehmigt sich mittlerweile den dritten Drink. Er möchte auch einmal an der Zigarre ziehen. Ich schenke ihm
eine. Gegen die Mitte hin wird es ihm aber dann zuviel und Rashan raucht weiter. Um Halb Zehn wird es für mich Zeit nach diesem
unterhaltsamen Abend ins Bett zu gehen.
Bei der Unterhaltung gestern wurde mir auf meine Frage was es hier zu sehen gäbe, vorgeschlagen den Urwaldtempel mit Kloster und das
einsame Fischerdorf am Rande des Nationalparks zu besuchen. Das mache ich heute Morgen und brechen nach meinem Frühstück, das aus zwei
Spiegeleiern, Toast und Früchten besteht, auf. Der Tempel ist in zehn Minuten erreicht. Erst ein Stück auf der Nationalparkstrasse
und dann auf eine Sandpiste zwei Kilometer in den Wald. Die Piste ist eng und ich bin froh, dass heute kein Elefant zu sehen ist.
Kaum beim Kloster Nimalawa Aranya angekommen, fährt fährt ein Bus vor und etliche buddhistische Mönche sowie einige weitere Einheimische
steigen aus. Das Kloster soll zweitausen Jahre alt und für Jahrhunderte verlassen gewesen sein. Ich laufe auf den Pfaden in der Anlage
herum. Steige zur eher kleinen Stupa hoch um die Gegend sehen zu können. Wieder begegne ich einem älteren Mönch der etwas Englisch spricht.
Er geht zu seiner Wohnung. Ich frage ihn, ob ich sie sehen könne. Er bejaht. Ich dürfe aber keine Bilder davon zu machen. Er erhält mein
Ehrenwort. Es ist ein etwa fünfzig Quadratmeter grosser, halbrunder Raum unter einem riesigen Felsüberhang, der mit einer Mauer von der
Umgebung abgetrennt wurde. Drinnen ist es angenehm kühl. Die Einrichtung ist bescheiden. Für das spirituelle Leben braucht es auch nicht
mehr. Das Holzgestell des Betts ist nicht fertig aufgebaut. Er schlafe meist am Boden meint er. Wieder erlebe ich eine nette und
aufschlussreiche Begegnung, die sich auch Anstand und Respekt ergeben hat. Im windstillen Wald ist es drücken heiss. Beim Aufsitzen
für die Weiterfahrt fährt ein weiterer Bus vor. Diesmal voll mit "normalen" Leuten. Was sie hier machen, weiss ich nicht. Ich bin froh
auch auf dem Rückweg zur Hauptstrasse keinem Elefanten zu begegnen.
Weiter geht es nach Osten. Ungefähr 15 Minuten bis zum Nationalparkeingang. Vor der Kontrollstelle biege ich nach Süden ab. Die
Naturpiste ist gut zu befahren, die Natur rundherum abwechslungsreich. Bis auf Vögel sehe ich keine Tiere. Vor meinem Ziel, einem
kleinen Fischerdorf, liegt noch ein Marinestützpunkt. Es hat auch einmal ein Hotel gegben. Der Zunami hat es weggespült. Die Trümmer
sind unter dem Grün am Pistenrand noch zu erkennen. Zwei Minuten später stelle ich das Motorrad zwischen den einfachen Hütten an
eine vom Meer abgewandten Bucht ab. Auf einem umgedrehten Boot liegt aufgeschnittener Fisch zum trocknen. Es riecht etwas streng.
Boote kommen vom Fischen zurück. Es ist ein wirklich noch ursprünglicher und wunderschöner Flecken Erde. Ich erkunde die Bucht und
das Dorf. Bei aller Turistenromantik, die einem der herrliche Platz vermittelt, darf man nicht vergessen, wie arm die Leute hier
sind. Falls sie wegen des Windes nicht hinaus fahren können, müssen mit Trockenfisch oder gar nichts auskommen. Von mir wird kaum
Notiz genommen. Es wird auch nichts für aus Auswärtige angeboten. Das finde ich absolut gut.
In gemütlichem Tempo fahre ich zurück. Dabei kann ich noch einen Waran fotografieren. Bei der Unterkunft ist heute einiges los.
Busse mit Pilgern sind gekommen. Sie stammen aus dem ganzen Land. Auf ihrer Pilgerfahrt besuchen Sie erst den Tempel in Tissamaharama
und dann für etwas Zerstreuung und Badespass noch den Strand. Die Jungen und die Männer gehen Baden, die Frauen sehen sich den
Plantschen an. Im Schatten wird gegessen und getrunken. Auch harten Stoff, wie ich später selber noch miterlebe. Die Buden am Strand
verkaufen Badeuntensilien und -kleider für jene, welche nicht ausgestattet sind. Natürlich wird auch Essen und Trockenfisch angeboten.
Am Strand sitzend beobachte ich das ausgelassene Treiben im Wasser. Obwohl für alle Einheimischen das Meer in maximal drei Stunden
Fahrt zu erreichen ist, können se scih viele nicht leisten und haben auch keine Zeit dafür. Nun scheinen sie den Ausflug in den
gemeinsam gemieteten Bussen umso mehr zu geniessen. Ein Gruppe junger Männer buddelt zwei ihrer Kumpels im Sand ein. Während
einer sich nach zehn Minuten selbst befreit und ins Wasser watet, scheint der andere zu schlafen. Nach einer halben Stunde befreien
ihn seine Freunde aus den Sandmassen. Er ist weggetreten. Vermutlich hat er sich ins Koma gesoffen. Dass ihm die Sonne so lange
ins Gesicht geknallt hat, war sicher nicht hilfreich. Es wird alles versucht ihn wach zu kriegen. Nicht einmal eine Ohrfeige lässt
in sichtlich reagieren. Immerhin sehe ich wie sich sein Brustkorb hebt und senkt. Er atmet noch. Einer seiner Freunde schultert
ihn und trägt ihn weg. Schatten ist sicher eine gute Idee.
Ismo, der Schwede, kehrt von seinem angelausflug zurück und strahlt. Einerseits, weil er sonnenbrand hat und andererseits, weil
er hinausfahren konnte und erst noch drei Fische fangen konnte. Einen davon wird es heute mit Curry und Reis als Nachtessen
geben, wozu er mich einlädt. Das freut mich sehr. Die anderen beiden Fische hat er seinen beiden einheimischen Begleitern geschenkt.
Vor Sonnenuntergang will auch ich noch ein Bad nehmen. Am Strand ist immer noch einiges los. Ich bade neben dem Getümmel und will
auch diesen Moment verinnerlichen. Wer weiss, wann es ein nächstes Mal gibt. Nach dem Duschen lässt vor der Unterkunft das
Geschehen weiter beobachten. Eine Gruppe Frauen kommt vom Gebet im Buddhatempel nebenan. Andere Essen und packen ihre Sachen
zusammen. Dann wird der Bus beladen und heimgefahren. Mit Einbruch der Dunkelheit ist der Strand beinahe leer und es kehrt Ruhe ein.
Um Sieben wird uns von Rascha das Fischcurrry mit Reis serviert. Auch wenn sich noch einer der Fischer zu uns gesellt essen Ismo und
ich alleine. Wir begutachten den zwanzig Zentimeter langen, massiven Plastikköder. Scheinbar hatten sich zwei Fische gleichzeitig
festgebissen. Einer konnte sich jedoch samt Haken losreissen. Ein unglaublicher Kraftakt, wie an der stabilen Stahlöse zu erkennen ist.
Müde von der Wärme und dem füllenden Nachtessen sind wir schon bald im Bett.
Ich werde definitiv nicht weiter an der Küste nach Südwesten fahren. Mehr Rambazamba und Turisten. Das brauche ich nicht. Die Berge
wären nett gewesen aber dort regenet es zuviel. Einen letzten Versuch werde ich übermorgen wagen und am 14. versuchen auf den Adamspeak
zu steigen. Heute besuche ich auf Vorschlag von Rashan den Vogelpark nördlich von Hambantota. Zur Kurzweil während der Fahrt nehme
ich den Weg entlang des Bundala Nationalparks. Vielleicht zeigt sich noch das eine oder andere Tier. Ausser Vögel und Wassserbüffel
sind keine Tiere zu sehen. Immerhin ist die Landschaft reizvoll. Oberhalb von Hambantota gelange ich auf eine zweispurige Strasse
mit Pannenstreifen ähnlich einer Autobahn und durchfahre ein riesiges Strassenkreuz mit Auf- und Abfahrten, das wie die Strassen
völlig überdimensioniert ist. So leer müssten die Strassen bei uns sein! Scheinbar wurden die Strassen zusammen mit dem Hafen von
den Chinesen gebaut und dafür der Hafen für die Dauer von 99 Jahren an sie verpachtet. Überall auf der Welt lässt man sich von solch
unnützem Bauwerk blenden und begibt sich daamit in chinesische Geiselhaft. Sollten diese Strassen jemals in dieser Dimension gebraucht
werden - was vielleicht in Jahrzehnten der Fall ist- dann sind sie samt den Brücken baufällig.
Ich erreiche den Vogelpark und bezahle 3000 Rupien (7.70 Fr.) Eintritt für Fremde. Der Park ist schön und sauber. Die Vögel werden
einigermassen artgerecht gehalten. Es hat Laufvögel wie Emus und Strausse, sowie Kakadus, Aras und weitere Papageien, andere
australische Vogelarten und diverse Sorten von Pfauen. Für mich zu viele Pfauen. Ich hätte gerne noch etwas mehr andere Vögel gesehen.
Mit elektrischen Wagen kann man sich herumfahren lassen. Ich erkunde die Anlage lieber zu Fuss und lasse mir Zeit. Meistens sind
die Gitter zu weit entfernt um hindurch schöne Bilder machen zu können. Bei einigen gelingt es mir. Zu meiner Freude von den Tucanen
in einer grossen Voliere. Bisher habe ich keine anderen Turisten gesehen. Es sind nur Einheimische auf ihrem Sonntagsausflug hier.
Unterwegs begegne ich noch einmal den Leuten von welchen ich ein Bild machen sollte. Mir fällt nun auf, dass einer der Männer
ein Leibschen mit der Aufschrift Crypta trägt. Das ist eine brasilianische, aus Frauen bestehende Deathmetalband. Auf meine
Frage woher er das Leibchen habe und er wisse was es sei, verneint er und meint seine Frau habe es ihm gekauft. Ich kläre sie
auf. Einer schaut im Internet nach. Wir amüsieren uns. Sie sollen zuhause dann doch einmal auf Youtube reinhören gebe ich
ihnen zum Abschied mit.
Nach etwa 90 Minuten habe ich alles gesehen und fahre nach Hambantota um Geld abzuheben und in einem Cargill's isotonisches
Getränk zu kaufen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wieviel Mineralgehalt das gefilterte Wasser hier enthält. Um dem dauernden
Schwitzen entgegenzuhalten, trinke ich alle paar Tage eine solche Flasche. Nachdem Geld und Getränk besorgt sind, durchstreife ich
noch den sonntäglichen Markt. Es werden hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Meeresfrüchte angeboten. Wenige Kleider, sowie
Elektro- und Haushaltswaren. Obwohl noch viel los ist, scheinen die meisten Leute jetzt am frühen Nachmittag ihre Einkäufe getätigt
zu haben und auf dem Heimweg zu sein. Nach einigen Bildern steige ich auf mein Motorrad und fahre denselben Weg zurück nach Kirinda.
Auch diesmal sind keine aussergewöhnlichen Tiere zu sehen.
Heute herrscht um die Unterkunft richtig Hochbetrieb. Der Platz ist belegt von kleinen und grossen Bussen. Sie essen und trinken,
hören Musik und vergnügen sich. Von der Strasse zwischen der Unterkunft und dem Strand dudelt der Eisverkäufer in eine Endlosschleife
seine Melodie. Vom seitlich gelegenen Wellenbrecher beobachte ich das ausgelassene Geschehen eine ganze Weile. In den selbstgezimmerten
Plastikverschlägen duschen sich reihenweise die Leute das Salzwasser und den Sand ab. Um Fünf Uhr fahre ich nach Tissamaharama um in einem
empfohlenen Restaurant etwas zu essen. Der Fisch ist mir zu teuer. Sowieso will ich etwas Lokales essen. Ich bestelle Kottu mit
Hühnchen und ein kleines Wasser. Im klimatisierten Lokal bin ich ausser den Kellnern alleine. Als ich beinahe fertig bin, setzt sich
noch eine russische Familie an den Tisch nebenan.
Es ist nun dunkel draussen. Die Rückfahrt wird zum Abenteuer. Das Licht der Honda ist nicht sehr gut. Stassenbeleuchtung gibt es keine.
wie bereits erwähnt blenden viele Fahrzeuge und vor allem Mopeds und Fahrräder haben zumindest kein Rücklicht. Ich riskiere nichts.
Trotzdem muss ich zwei Mal wegen unvermittelt auf der Fahrbahn auftauchenden Hunden und Kühen hart bremsen. Erleichtert erreiche ich
die Unterkunft. Später setzen sich Ismo, Rashan und die beiden Fischersmänner noch an den Tisch. Ismo und einer der Fischer genehmigen
sich wieder Arak mit Sprite. Ich mir eine Zigarre. Wir plaudern bis um Neun Uhr. Das Schreiben des Tagebuchs verschiebe ich auf morgen.
Draussen am Strand wird von den Einheimischen immer noch gefeiert.
Auch wenn ich wie üblich um Halb Acht Uhr mein Frühstück einnehme, der Tag wird nicht viel Aufregendes bringen. Für die Wanderung zum
Adams Peak versuche ich eine Unterkunft zu reservieren. Weder auf Whatsapp, Anruf oder Email erhalte ich eine Antwort. Ich werde
trotzdem einmal bis Palabadalla fahren. Irgend etwas wird sich schon finden. Zudem liegt es auf halber Strecke zurück nach Negombo.
Danach schreibe ich den gestrigen Bericht und überarbeite die vorherigen Tage. Bis zum Mittag bearbeite ich das Büchlein von Kyra.
Für eine Papaya fahre ich zwei Kilometer und lasse bei einem Schrauber die Kette ölen. Zurück beim Zimmer merke ich, dass die Papaya
noch zu grün ist. Kaum geniessbar und zu entsorgen. So gibt es für mich nur Chips zu essen.
Am Nachmittag erkunde ich den auf Felsen gebauten buddhistischen Tempel hundert Meter von der Unterkunft entfernt. Es gibt einige
Figuren in verglasten Abteilen denen man spenden kann. Durch Schlitze lässt sich Geld schieben. Einiges davon liegt auf dem Boden
vor den Statuen. Von ganz oben hat man einen schönen Blick auf den südlichen Strand. Nördlich sehe ich die Bucht wo die
Einheimischen ihr Bad nehmen. Der Ort ist schnell gesehen. Um Vier Uhr bade ich neben den Einheimischen wohl ein letztes Mal im
Meer. Ob ich das in Negombo mache, was ich nicht. Mal sehen wie sauber das Wasser vor der Metropole ist.
Noch einmal esse ich im Strandrestaurant. Diesmal ohne unnötige Beschallung. Ich wähle einen Papayasalat und Nudeln mit Gemüse und
Reis. Zurück im Hotel schreibe ich die wenigen erwähnenswerten Vorkommnisse von heute und sehe ich mir am Verandatisch den Film
Sternenwanderer fertig an. Also beinahe. Zehn Minuten vor Schluss hängt er sich auf. Ich schaffe es auch nach mehreren Versuchen
nicht, den Schluss zu sehen. Heute schlafe ich im Seidenschlafsack. Ich habe einige Bettwanzenstiche festgestellt.
Es ist nun Sechs Uhr abends. Der Hintern im Bereich des Steissbeins schmerzt mich immer noch. Beinahe sechs Stunden im Sattel sind zu viel.
Auf jeden Fall in diesem Sattel. Doch der Reihe nach.
Ich bin nach Sechs Uhr wach und habe so genügend Zeit, meine Sachen zu packen. Wie gewohnt gibt es um Halb Acht Frühstück. Ananas,
Melone, Toastbrot mit Marmelade und zwei hartgekochte Eier. Vor der Abfahrt um Acht Uhr bitte ich Rashan noch einige Bilder von
mir in Ausrüstung zu machen. Nach der Verabschiedung von allen. Geht es los. Mehr als zwei Stunden im Flachen die zum Schluss
entlang des Udawala Nationalparks verlaufen. Ausgerechnet in der Nähe des Zugangs sehe ich einen Elefanten hinter dem Schutzzaun
stehen. Es wird vermutlich mein letzter in Sri Lanka sein sein. Wenn ich mich recht erinnere wären es somit Sieben. Nun geht es
durch das Vorgebirge. Die nächsten zwei Stunden sind geprägt von Kurven und überholen im Verkehr. Es macht Spass. Grundsätzlich
geniesse ich dei Fahrt und verinnerliche erneut was sich mir an Umgebung und Menschen samt dem Chaos bietet. Vor Radnapura muss ich
auf eine Nebenstrasse nach Sri Palabadalla. Kein Verkehr und noch mehr Kurven auf enger Strasse. Es ist beinahe Dreizehn Uhr als
ich beim Hotel vorfahre. Aktuell bin ich der einzige Turist. Die zwei Angestellten telefonieren mit dem Chef. Zimmer haben sie
noch frei. Ich kann ein Eckzimmer mit Aussicht für 26 Franken haben. Mit Klimaanlage kostet es 30 Franken. Üblicherweise würde das
Zimmer 4 Frnken mehr kosten. Wieder hat es sich gelohnt vor Ort zu fragen. Natürlich auch Glück, das etwas frei ist. Ich brauche
keine Klimaanlage. Zimmer und Bad sind schön und den Preis wert. Ich freue mich darauf, nach der bescheidenen Unterkunft die
letzten Tage.
Zwar habe ich Kassensturz gemacht, doch das Geld ist knapp, wenn ich noch etwas Richtiges essen will. Kreditkartenzahlung ist nicht
möglich. Der letzte Automat liegt 15 Kilometer zurück. Noch ist Zeit dorthin zu fahren. Erst sehe ich mir den Anfang des
Pilgerpfads auf den Adams Peak an. Unzählige Stände bieten Sachen für den anstrengenden Aufstieg und eine eventuelle Übernachtung
auf dem Gipfel an. Ich denke über meinen aktuellen Saldo nach und nehme die jeweils halbstündige Fahrt zum Automaten in Kauf.
Auf dem Rückweg nann ich ja noch den Wasserfall besuchen. Es hat begonnen zu regnen. Zum Glück nicht stark. Sicherheitshalber
ist der Regenschutz dabei. Die Fahrt ist kurzweiliger als gedacht. Auf dem Weg hoch kann ich noch ein paar Bilder der Gegend
und der Gipfel bei aufklarendem Himmel machen. Auch vom Adams Peak, meinem mogigen Ziel. Besser gesagt soweit mich meine Knie
tragen. Der Weg zum Wasserfall zweigt nach rechts ab. Teilweise ist die schmale Strasse betoniert, teilweise noch aus
Pflastersteinen bestehend. Rundherum ist Wald, sind kleine Teepflanzungen und Häuser. Zum Wasserfall muss amn noch hundert
Meter zu Fuss auf einem schmalen Pfad zurückzulegen. An einer nassen Stelle kommt mir in den Sinn, dass es hier Blutegel gibt.
Am Fuss des Wasserfalls prüfe ich erst meine Schuhe bevor ich Bilder mache. Alles ist gut. Der Wasserfall ist nicht so tosend
wie jener in Badulla, fällt dafür in mehreren Kaskaden in die Tiefe. Ein schöner Anblick mit einem eher romantischen Reiz den
ich ganz alleine geniessen kann.
Im Hotel bestelle ich mein Nachtessen vor. Kottu mit Hühnchen. Bis es in Eineinhalb Stunden soweit ist, hänge ich noch das
Moskitonetz auf und schreibe dann im überdachten Essbereich. Beinahe hätte ich den fantastischen Sonnenuntergang verpasst!
Schnell noch ein paar Bilder gemacht. Mein Nachtessen ist bereit. Das geschnezelte und gebratene Gemüse hätte ich auch ohne
Hühnchen bestellen können. Es ist mehr Knochen als Fleisch. Sonst ist es ganz passabel gemacht. Zur Nachspeise wird noch ein
Joghurt gereicht. Mein Plan für morgen ist klar. Um den Sonnenaufgang vom Adams Peak zu sehen müsset man um Mitternacht
losgehen. Ich weiss, das der Weg die 1900 Höhenmeter auf knapp 9 Kilometer Distanz für mich kein Problem wären. Der Rückweg
jedoch schon. Ich werde um Fünf Uhr morgens aufstehen und bei Tageslicht den Weg respektive die Stufen hochgehen. Dann kann ich
abschätzen, wann es Zeit ist, umzukehren. Zum zweiten Mal schaffe ich es nicht, den erneut weitergeschauten Film zu Ende zu sehen.
Auch egal. Ich muss sowieso zeitig raus.
Um Fünf Uhr morgens funkeln noch die Sterne am Himmel. Ich bereite Schnellkaffee zu und esse Kekse. Im Morgengrauen um Sechs geht
es los. Die Luft ist frisch und angenehm kühl. Es ist noch niemand wach entlang des Wegs. Nur die Geräusche der Natur und meine
Schritte sind zu hören. Die Stufen beginnen und sind steil. Nach den ersten paar Hundert steht eine grosse Informationstafel am
Wegrand. Den Text kann ich nicht lesen. Die Zahlen zu den Wegmarken und den Stufen schon. Bis zum Gipfel des 2243 Meter hohen
Adams Peak (Auf Singhalesisch eigentlich Schmetterlingsberg) sind es 11210 Stufen. Wie gestern erwähnt beträgt die Gehdistanz
8.5 Kilometer. Bei einem Höhenunterschied von 1900 Meter macht das etwa 22% Steigung. Oben steht ein buddhistisches Kloster.
Es ist der wichtigste Heilige Berg in Sri Lanka. Die Stufen sind endlos und nicht dem europäischen Trittverhältnis entsprechend.
Ich sehe eine erste Markierung in einem Zementsiegel auf den Betontritten. Es ist die Stufe 1900. Die Treppe folgt einem Grat. Schön
wäre es, mindestens 6000 Stufen zu schaffen. Das entspricht dem einfachsten aller Anstiege von der Ostseite her. Von dort sind "nur"
tausend Höhenmeter auf fünf Kilometer mit etwa 5500 Stufen zu überwinden.
Die zunehmede Wärme des anbrechenden Tages gleicht der Höhengewinn wieder aus. An den wichtigen Weg- oder besser gesagt
Aufstiegspunkten sind Holztafeln mit Höhenangabe und zurückgelegter Distanz angebracht. Seit ich es weiss, achte ich mich auf die
Siegel mit den Angaben zur Stufenanzahl. Sie sind alle hundert Tritte vorhanden. An einigen Orten sind noch die alten Steinstufen
wie auch kleine Trittnischen im Felsen zu erkennen. Das war damals noch einmal eine ganz andere Nummer um hoch zu kommen. Heute
schafft man das als einigermassen geübter Mensch in fünf bis sechs Stunden. Ich stosse uf einige Junge Leute die etwas früher als
ich losmarschiert sind. Sie lassen sich Zeit und werden wohl oben unternachten. Unterwegs hat es grosse überdachte Räume für Pilger
den beschwerlichen Aufstieg in mehreren Etappen machen. Daneben befinden sich meist Buden die Verpflegung und Ausrüstung anbieten.
Flipflops und Kappen. Alle hundert Höhenmeter sind Wasserhähnen zum Trinken zu finden. Auch Toiletten sind vorhanden. Der ganze Weg
ist beleuchtet, sodass man gut auch in der Nacht hochsteigen kann. Sofern das System funktioniert. Die Aufkleber an den Metallleuten
warnen vor dem Berühren. Käme mir nicht in den Sinn, wenn ich die vorhandene Verdrahtung sehe. Teils zusammengedrehte Drähte mit
Isolieband verklebt. Das bei der Feuchtigkeit und wiederkehrendem Regen!
Es ist Acht Uhr. Ich bin an Stufe 4500 vorbei. Seit Stufe 4000 ist das Gelände etwas flacher. Ich habe schon länger einen Gang
zurückgeschaltet und geniesse soviel es geht von der Umgebung. Wann immer möglich mache ich Bilder von der Umgebung. Das ist gar
nicht so einfach bei dem dichten Wald. Auf einem kleinen Sattel mit flachem Wegstück ist der Gipfel des Schmetterlingsbergs weiter
oben zu erkennen. Mir kommen einheimische Pilger entgegen. Sie werden die Nacht auf dem Berg verbracht haben. Dann treffe ich die
Australier aus meiner Unterkunft. Sie sind um Mitternacht los und wollen heute noch weiterreisen. Der Nachzügler der Gruppe leidet
sichtlich. Sein Gang sagt mir alles. Das kenne ich nur zu gut. Der Arme muss noch 5000 Stufen hinabsteigen. Vor allem die letzten
3000 sind übel steil. Auf einem kleinen Plateau mit schöner Aussicht auf den Berg mache ich Rast und esse Kekse. Von Kloster oben
sind Glocken und Trommeln zu hören. Das Kloster ist nun deutlich zu erkennen. Stufe 6800 liegt hinter mir. Die 7000 will ich noch
schaffen. Schön wäre es, die Weggabelung zu erreichen, wo sich meiner mit dem Erathna Pfad vereint. Es geht hinunter. Finde ich
weniger toll. Die 7000er Stufe ist um 9:45 Uhr überschritten. Die befindet sich auf etwa 1570 Meter Höhe und 6.9 km vom Start
entfernt. Bis zu Gabelung fehlen noch etwa 300 Meter. Da es weiter nach unten geht, soll es hier für mich genug sein. Trotz dem
Wissen auch noch die restlichen 4000 bis oben in den angegebenen 6 Stunden problemlos schaffen zu können. Der Abstieg ist eine
andere Nummer. Ich könnte natürlich wie die Dänen mit denen ich mich gestern unterhalten habe, noch Osten bis Nallathaniya
absteigen und dann fünf Stunden mit dem Taxi um die Berge zurück zum Ausgangspunkt fahren. Ich hätte fragen sollen was das
gekostet hat...
Den Rückweg gehe ich mit Bedacht an. Das Motto heisst Knie schonen. Nach einigen Stufen kriecht ein riesiger, schwarzer
Tausendfüssler über einen Tritt. Das Ding mit seinen gelben Beinchen ist etwa 16 Zentimeter lang und Fingerdick. Zum Vergleich
lege ich meine Kreditkarte daneben. Sein Hinterteil ziert ein Stachel. Keine Ahnung wie gefährlich dass er ist. Bis Tritt 4000
geht alles recht gut hinunter. Die ungleichmässigen und hohen Stufen machen Mühe. Die nachfolgenden sind die übelsten, weshalb
ich vorher eine Pause mache und mich verpflege. Es sind nun viele Einheimische auf dem Weg nach oben. Einige Tragen Opfergaben
mit. Andere haben Behälter mit Essen für sich und die Mönche im Kloster dabei. Beinahe allen gemeinsam ist, dass sie in ihren
Flipflops unterwegs sind. Dann lieber gleich barfuss, wie ich bei einem sehe. Öfters wird von einer Person vorgesungen und den
anderen geantwortet. Es ist schön zu sehen wie sich die Menschen die Anstrengung mit Singen erleichtern.
Die Pause hat gut getan. Die Knie sind etwas abgekühlt und die Beine zittern weniger. Um die Schläge auf die Gelenke so gering
wie möglich zu halten, muss jeder Schritt die hohen Stufen hinunter langsam gegangen werden. Das streng die Muskeln natürlich
zusätzlich an. Ab Tritt 2500 beginne ich vermehrt zu leiden. Es war die richtige Entscheidung nicht ganz hoch zu gehen. Das hätte
unnötige Qualen verursacht. Kurze Pausen helfen über das Schlimmste hinweg. Ich bin nicht der einzige der Mühe hat. Gönnen mag
ich es niemandem. Noch 1500 Tritte. Unten kommt das Dorf in Sicht, was motiviert. Trotzdem fällt jeder Schritt nach unten je
länger desto schwerer. Der oberste Parkplatz ist erreicht. Das heisst nur noch 650 Stufen bis ans Ende. Diese sind schon länger
nicht mehr nummeriert. Endlich habe ich es geschafft und kann auf der Strasse gehen. Die restlichen 400 Meter bis zum Hotel
gehen teilweise steil hinunter. Ich gehe Rückwärts. Das hilft. Um Viertel vor Zwei bin ich wieder daheim.
Von den vier Litern Wasser die ich mitgeschleppt habe, sind 2.5 verbraucht. Heute will ich auf meinem Balkon mit Aussicht essen.
Zudem sind mir die Preise in der Unterkunft zu hoch. Nach etwas Ausruhen fahre ich mit dem Motorrad zu einem Laden etwas ausserhalb.
Ich kaufe Wasser, eine grosse Papaya, gesalzene Erdnüsse, Vollkornkekse, Bananen und süsse Kekse für das Frühstück. Es ist Zeit meine
von heute verschwitzten und die verrussten Kleider von der Fahrt gestern zu waschen. Warmes Wasser hat es im Bad. Also erst die Kleider
gewaschen und aufgehängt und dann noch Körperhygiene betrieben. Es ist Zeit um zu Essen und zu Schreiben. Hoffentlich schaffe ich es
dann noch den Film zu Ende zu sehen.
Um Fünf Uhr früh dröhnt es durch die Gegend. Meiner Interpretation nach handelt es sich um irgenwelche buddhistischen Gesänge. Das mein
Hotel ausserhalb des Dorfs liegt nützt wenig. Auch das Kissen über den Kopf ziehen nicht. Ich bin erstaunt im welcher Lautstärke in Sri
Lanka der Glauben gelebt wird sei es Hindu, Moslem, Christen oder Buddhisten. Eigentlich erwarte ich eine solch gewaltige
Glaubensdemonstration von den Buddhisten am wenigsten. Auf jeden Fall nicht um diese Zeit und elektrisch verstärkt. Nach einer
Viertelstunde ist der Spuk vorbei.
Mit dem selbstgebastelten Frühstück und den Packen lasse ich mir Zeit. Ich muss heute nur bis Negombo fahren. Die Route wähle ich so,
dass ich möglichst viel vom Ballungsraum umfahre. Ab Radnapura geht das Gewimmel und Gehupe los. Ich spiele die 35 Ps meiner Honda voll
aus und surfe durch den Verkehr jede Lücke nützend. Die einzige Konkurrenz sind die gnadenlosen Überlandbusse. Alle anderen sind
vom Leistungsgewicht unterlegen, weil entweder untermotorisiert oder ausgeleiert. Motorräder gibt es ohne Sonderbewilligung sowieso
nur bis 250 Kubik. Die meisten mit modernen Wagen fürchten um ihr gutes Stück und trauen sich wegen eines Vorfalls kaum Gas zu geben.
Dieses System von Rücksichtslosigkeit und Rücksichtsnahme ist faszinierend. Ich habe bisher noch keinen Verkersunfall gesehen! Wie
üblich dient die Hupe der Verständigung. an deren Einsatz habe ich mich noch nicht ganz gewöhnt. Überland gilt 70 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Nicht selten kriecht einer mit 20km/h dahin, um sich seelenruhig dem Chatten zu widmen. Er (eigentlich immer ein er) lässt sich auch
von niemandem aus der Ruhe bringen. Da ich auf der hochbeinigen Enduro eine gute Übersicht habe, ist das Überholen eigentlich kein
Problem. Einzig bei grossen Fahrzeugen die einem die Sicht versperren ist äusserste Vorsicht geboten. Öfters kriecht z.B. ein Bus
nicht, weil er will, sondern weil er an einem langsamen Fahrzeug ansteht. Nur einmal ist es mir passiert, dass ich zum Überholen
ansetzen wollte, als ein solcher gleichzeitig ausgeschert ist. Also heisst es immer erst rechts nachsehen und dann links überholen.
So geht das beinahe sie nächsten 4 Stunden. Ausser auf einem kurzen Stück von 20 Kilometern in weniger bewohntem Gebiet. Da kann ich
auch endlich einmal in Ruhe meine Blase leeren ohne tausend Blicken ausgesetzt zu sein. Um zwölf passiere ich den Flughafen südlich
von Negombo. Es ist heiss und der Verkehr fliesst zäh. Der dauernde Gegenverkehr lässt kein Überholen zu. Auch bin ich müde von
der stundenlangen Konzentration. Es ist Zeit die Jacke auszuziehen. Noch 15 Minuten bis zur Unterkunft. Manik, so heisst meine
Vermieterin, will gerade mit dem Roller weg. Sie gibt mir noch den Schlüssel und das Froteetuch und ist dann weg. ICh unterhalte
mich mit Luca, einem süddeutschen Gast, der heute abreisen wird. Nach dem Auspacken schlendere ich zum Strand. Im Sand liegt
ein traditionelles Auslegerboot. Für Geld kann amn es fotografieren. Habe ich schon vorher gemacht. Im Schatten sitzend prüfe ich
ob schon Informationen zu meinem Flug vorliegen. Die Swiss App zickt. Also keine Informationen.
Am späten Nachmittag unterhalte ich mich noch mit Manik über ihre kleine Herberge. Sie erzählt mir, das sie aus Kandy stamme und
hierher geheiratet habe. Dieser Platz sei einmal eine Bäckerei ihres Mannes gewesen. Die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Elam, einer
tamilischen Seperatistenbewegung die einen unabhängigen Staat im Norden und osten erreichen wollte) ihm mit sieben Anderen während
des Bürgerkriegs erschossen. Der Sohn sei damals 1.5 Jahre und die Tochter 9 Monate alt gewesen. Sie habe versucht das Land zu
verlassen. Das sei nicht möglich gewesen. Ich bin berührt und kann mir vorstellen, wie hart das damals gewesen sein muss. Heute
ginge es ihr gut mit den Kindern und Enkelkindern. Von ihrer Vermietung kann sie gut leben. Ihr Sohn macht Touren mit Touristen.
Mein Abendessen nehme ich bei einem Inder ein. Irgendein Fladenbrot mit einer Bohnensosse. Schmeckt gut und reicht. Beim Bierladen
kaufe ich noch mein letztes Bier in Sri Lanka. Zusammen mit einer Zigarre geniesse ich den warmen Abend.
Der letzte volle Tag in Sri Lanka bricht an. Irgendwoher war am Morgen früh eine christliche Messe zu hören. Gestern die Buddhisten,
heute die Christen. Immerhin nicht in der brutalen Lautstärke wie gesteren. Oder ich bin genügend weit entfernt.
Zum Frühstück bekomme ich Papaya, Mango, Melone und eine Zitronenbanane. Dazu ein Spiegelei und vier Roti Küchlein und gebratene
Zwiebeln. Daraus mache ich je zwei Eingeklemmte. Die Rolle mit süssem Reis ist dann zuviel. Einie Sachen die ich schon vorbereiten
kann mache ich für ein schnelleres Packen bereit. Erneut versuche ich in der Swiss App etwas über meinen bevorstehenden Flug zu erfahren.
Irgendwie hakt die App. Weder der anstehende, noch die vergangenen Reisen sind vorhanden. Hoffentlich erhalte ich 23 Stunden vor
Abflug die Checkin-Aufforderung. Bei Manikg frage ich nach einem Taxi. Sie ruft ihren Sohn an, der einen Wagen hat. Es kostet
mich einen Vietel weniger und ist für mich besser planbar.
Am späteren Morgen fahre ich ins Zentrum von Negombo um einige Wünsche der daheim Gebliebenen zu erfüllen und auch für mich etwas
zu besorgen. Kurkuma, Räucherstäbchen, Gewürze, Waschseife, Gewürzmischungen und Ohrringe. Davon sehe ich mir auch massiv goldene
Teile an. Beim aktuellen Goldpreis sind die unglaublich teuer. Die läppischsten Teile kosten über hundert Franken! Schade.
Soweit habe ich alles. Fehlt nur noch das Volltanken der Honda für die Abgabe. Fünf Minuten danach stelle ich das Motorrad beim
Vermieter ab. Gehe dann die hundert Meter zum Zimmer und kehre mit allem Nötigen für die Abgabe zurück. Auf der Uhr stehen 2171
gefahrene Kilometer. Alles ist in Ordnung und ich bekomme meine Kaution zurück. Da der Helm nun nicht mehr gebraucht wird,
entferne ich den Blendschutz und stopfe den Helm mit diesem und allem voll was darin Platz und mit Motorrad zu tun hat. Die
Pakete mit den Räucherstäbchen duften gar penetrant, weshalb ich sie in einen separaten Plastiksack stecke. Auch die Kleider
für morgen lege ich schon bereit.
Endlich bekomme ich das Email für den Checkin. Das wird erledigt und die Boardkarte ist ausgestellt. Den Rest des Nachmittags trödle
ich herum. Hänge am Strand ab, sehe nach wann Sonnenuntergang ist und lese Neuigkeiten. Was der Tag schon gebracht hat, wird in Worte
gefasst. Der Sonnenuntergang findet im Gegensatz zu gestern heute nur beschränkt statt. Dafür ist der Horizont zu wolkenverhangen. Manik
hat mir zum Abendessen Garnelen mit Reis und diversen Gemüsen zubereitet. Nach dem Essen packe ich noch was möglich ist und sehe mir
auf dem Notebook einen Film an.
Mein geplantes, aus Keksen bestehendes Frühstück fällt aus. Ich habe keinen Hunger. Das Duschen mit dem lauwarmen Wasser kostet
Überwindung aber weckt immerhin. Kurz vor Acht Uhr steht mein Taxi bereit. Ich bin es auch. Um diese Zeit an einem Samstag sind
die Strassen sehr ruhig, weshalb ich schon nach keiner halben Stunde am Flughafen bin. Zuerst wechsle ich beinahe alle meine
Rupien was genau hundert Euro ergibt. Die Gepäckabgabe ist schon offen und wenig belegt. Schnell ist auch der Koffer auf dem
Gepäckband entschwunden. Auch an der Zollkontrolle geht es speditiv voran. Dadurch bleiben mir mehr als drei Stunden totzuschlagen.
Meine letzten Rupien will ich in eine Cola investieren. Diese kostet 600. Ich habe nur noch 586. Der Standbetreiber hat ein Nachsehen
und gibt sie mir dafür. Perfekt wie das aufgeht. Bis zum Boarding beobachte ich das Kommen und Gehen bei den Gates. Bei meinem
baut sich langsam eine lange Menschenschlange auf und bis um Halb Zwölf noch langsamer ab. Beinahe als letzter zeige ich meine
Einsteigekarte und kann so direkt bis zu meinem Sitzplatz spazieren. Meine Sitnachbarin scheint etwas enttäuscht, dass sich nun
doch noch wer neben sie an den Fensterpaltz setzt.
Mit nur wenigen Minuten Verspätung hebt das voll belegte Flugzeug ab. Die nächsten Stunden beobachte ich die tausende Meter
unter uns vorbeiziehende Landschaft, döse zwischen Indien und Pakistan und schaue mir einen Film an. Nach wider Befürchten
entspannten elf Stunden landen wir in Zürich, wo mich Reni und Kyra abholen. Die Schweiz hat mich wieder. Auch meine Gedanken
noch einige Zeit in Sri Lanka weilen werden.