Die gefahrenen Einzeletappen sind bei den jeweiligen Tagen zu finden. Für Vergrösserung der Bilder doppelklicken.
Um Drei Uhr stehen wir auf und sitzen um Viertel nach Vier bei Ruedi im Auto. Checkin und Boarding verlaufen reibungslos. Trotz schon
vieler Leute am Flughafen. Rita wird noch "zufällig" für einen Drogentest des Gepäcks ausgewählt. Unser Landefenster in Athen verschiebt
sich, weshalb wir in Zürich zwanzig Minuten warten.
Nach dem kurzweiligen Flug können wir um Elf mit unserem gemeietetem Suzuki losfahren. Das Koppeln des Telefons zur Navigation ist
umständlich, was mich nervt. Raus aus Athen und über den Kanal von Korinth. Das kleine Auto ist bei schnellem Tempo sichtlich gefordert.
Der 1200er Motor wird von einem Elektromotor unterstützt. Das Konzept nennt sich mild Hybrid. Laden ist nicht nötig. Die Energie
wird beim Bremsvorgang zurückgewonnen. Wir kurven quer durch die Berge Richtung Olympia. Es ist sehr warm und die Gegend abwechslungsreich.
Leider erlaubt es unser Zeitprogramm nicht, in einem schönen Bergdorf länger Pause zu machen. Um Drei sind wir im antiken Olympia. Das
erweist sich als Glücksgriff. Es sind nicht mehr viele Besucher und auch scheinbar auch keine Busse von Kreuzfahrtschiffen anwesend.
Als erstes besuchen wir das Museum mit den Ausgrabungsgegenständen. So können wir nachher bei weniger Hitze die eigentliche Stätte ansehen.
Nach einer einstündigen Runde im Museum streifen wir im wenig besuchten Gelände umher und sehen uns die Überreste an. Leider wurde kaum
etwas wieder errichtet. So muss man das Meiste in seiner Vorstellung wieder auferstehen lassen. Zum Abschluss ist noch das Museum der
olympischen Geschichte dran. Um Halb Sieben haben wir alles gesehen. Im Ort kaufen wir uns das Nötige für unser morgiges Frühstück. Dann
geht die Fahrt weiter nach Zacharo wo wir übernachten werden.
Problemlos finden wir das Appartement und bezahlen gleich die Übernachtung. Eigentlich wollte ich heute noch ins Meer hüpfen, doch die
Sonne geht bald unter und wir haben Hunger. Ein paar Schritte entfernt liegt ein kleines offenes, von Einheimischen gut besuchtes Lokal.
Das Essen ist einfach gehalten, jedoch lecker. Ich bin todmüde vom langen Tag. Um Zehn fallen wir in unsere Betten.
Da wir den Strand von Zacharo gestern nicht gesehen haben, wollen wir dies heute vor unserer Weiterfahrt zum antiken Messini nachholen.
Der Strand ist wirklich schön und gepflegt. Eine kleine Bar mit mit Liegen und Sonnenschirmen ist auch vorhanden. Baden tun wir nicht,
genehmigen uns aber einen Kaffee. Währenddessen buche ich unsere Eintrittskarten für Messini. Scheinbar wollen sie die Besucherströme
lenken und man muss zu einem bestimmten Zeitfenster dort erscheinen.
Wieder geht unsere Fahrt quer durch die Berge. Neben dem Zeitdruck rechtzeitig in Messini zu sein, nervt Google Maps mit seiner dauernden
Routenanpassung. Trotzdem sind wir rechtzeitig vor Ort. Besucherströme erkenne ich keine. Im Gegenteil. Ein Ticket hätten wir mühelos vor
Ort kaufen können. Das habe ich vermutet aber man weiss ja nie. Aber man weiss ja nie! Das Grabungsgelände erstreckt sich weitläufig in
ein sanft abfallendes Tal. Anders als in Olympia ist hier vieles wieder hergerichtet. Mit Wasser bewaffnet begeben wir uns auf unsere
dreistündige Erkundungsrunde. Im Schatten der Säulen lässt sich der brennenden Sonne ausweichend das Gelände betrachten. Um Vier haben
wir genug gesehen und fahren weiter nach Areopoli. In Kalamata halten wir kurz und kaufen in einem Supermarkt einiges für unseren
dortigen Aufenthalt.
Nach zwei Stunden dem Küstengebirge entlang kommen wir in die Bucht von Limeni und beschliessen spontan, dort ins Meer zu steigen und
danach auch gleich vor Ort in einem Fischlokal zu essen. Den Code für den Schlüsselkasten zu unserer Wohnung habe ich schon bekommen.
Also eilt es nicht mit der Anreise. Das Meer ist angnehem warm. Unseren Fisch geniessen wir bei einem perfekten Sonnenuntergang in der
Bucht. Zur Unterkunft in Areopoli sind es zehn Minuten. Wir laden aus und richten uns für die nächsten fünf Nächte ein.
Wir schlafen aus und schlendern die zehn Minuten ins Zentrumg von Areopoli. Es sind noch nicht viele Leute unterwegs. Wir entdecken
einige der Hotels die wir auf dem Netz angesehen haben und sind zufrieden mit unserer Wahl. Das Wetter ist prächtig und nach einem Kaffee
in einem Hotelrestaurant fahren wir südlich und dann hinunter zu einer Bucht mit einigen schattenspenden Büschen und steinigem Strand.
Wir finden noch Platz im Schatten und somit kommt mein selbstgefertigter Sonnenschutz noch nicht zum Einsatz. Ebenso können wir auf
die Badeschlappen verzichten. Die Steine sind rund geschliffen und im Bereich der Wasserlinie ist Sand anstatt der Steine auf dem es
sich problemos gehen lässt.
Der Nachmittag vergeht ohne viel Aufregendes. Lesen, baden, über das Meer in die Ferne blicken. Eine Rythmus an den ich mich erst gewöhnen
muss. Üblicherweise verbringe ich meine Ferien aktiver. Abendessen gibt es bei einbrechender Dämmerung am Dorfplatz in Areopoli. Für mich
sind das kleine Pasteten mit geräuchertem Schweinefleisch und danach Lammhaxen mit Gemüse und Kartoffeln. Rita bestellt einen Salat und
später noch gegrilltes Gemüse. Das präsentiert sich als eine riesige Portion, von welcher der Rest eingepackt werden muss. So haben wir
morgen etwas für unseren Ausflug. Nach dem Essen will sie sich noch wegen eines Sommerkleides umsehen. Die hinter dem Dorfplatz
anschliessende Gasse ist beinahe mit Stühlen zugestellt. Das Gros der Touristen und Einheimischen hält sich dort auf. Fündig wird Rita
nicht. So spazieren wir in der lauen Spätsommernacht zurück zu unserm temporären Heim.
Unser heutiger Ausflug führt uns beinahe bis an das südlichste Ende der Mani. Der Verkehr ist wunderbar gering und unsere Geschwindigkeit
niedrig. Selten uns von hinten auffahrende Wagen lasse ich passieren. So können wir die Aussichten geniessen.
Unterwegs auf halber Strecke, halten wir in Gerolimenas für einen Kaffee. Das Lokal wird seit einigen Jahren von Wespen geplagt wie
uns leider zu spät gewahr und vom Kellner bestätigt wird. Eilig stürzen wir unser Getränk hinunter und flüchten. Der kleine Ort
Gerolimenas liegt gut geschützt in eine Bucht und lebt hautsächlich vom Turismus. Am vorderen Dorfende wird gebaut. Ein austrainierter
Mann klopft Steine. Einer behaut sie und ein weiterer vermauert die behauenen und bruchrohen Steine in der lokalen Tradition. Ich betrete
die Baustelle um einen besseren Blick zu haben und werde von den Arbeitern angesprochen. Mir fällt sofort auf, dass sie untereinander
Albanisch reden. Sie haben an meiner Sprachkenntnis und auch an unserem Interesse Freude. So kommmen wir in den Genuss einer kurzen
Baustellenführung. Rita staunt immer noch ob der Knochenarbeit in der Hitze. Es ist wie überall und bei uns zu Hause. Die schwere
Arbeit machen andere. Wie ich sehe, haben sie das Steinhauermetier im Griff. Wir verabschieden uns und fahren weiter.
Die typischen Turmhäuser werden häufiger. Die Vegetation wird karger. Nach dem Überwinden der Anhöhe bei Vathia geht es hinab zur Bucht
bei Porto Kagio. Bis zum Ende des Fingers des Peloponnes wären es noch einig hundert Meter über die Hügel. Das lassen wir der Hitze wegen.
Der aus rund dreissig Häuser bestehende Ort liegt in einer grossen, mit einer kleinen östlich gelegenen Öffnung versehenen
Bucht. Wir finden eine flache Stelle am Strand und bauen mein Sonnenschutz auf. Soweit funktioniert alles wie daheim getestet. Einzig die
Heringe sind zu mickrig. Es wehen gelegentlich Böen. Das macht ein Beschweren der Seile mit Steinen nötig. Der Franzose nebenan bestaunt
unser Dach, was mir schmeichelt. Sein kleiner Schirm bietet kaum Platz und ebensowenig Schutz.
Wieder verbringen wir den Nachmittag mit Baden, Lesen und faul herumliegen. Der Sonnenschutz hat seine Feuerprobe bestanden und noch etwas
Verbesserungspotential, wie zwei weitere Abspannmöglichkeiten, aufgezeigt. Das wird zu Hause irgendwann noch veressert. Vor unserem
einstündigen Rückweg trinken wir in einem seitlich oberhalb des Dorfs gelegenen Cafe ein selbstgemischtes Panache. Ich frage den Wirt woher
sie in dieser knochentrockenen Gegend das Wasser bekommen. Das liefert ihm einen Steilpass für einen längeren Monolog über die hiesigen
korrupten politischen Verhältnisse und auf der Welt überhaupt. Ich versuche ihm nicht noch mehr Futter zu liefern, auch wenn er sicher
mit vielem Recht hat, was er äussert. Sonst kommen wir hier nicht mehr weg. Gegen Sechs Uhr verlassen wir den friedlichen Ort und zuckeln
mit unserem milden Hybriden Richtung Norden Areopoli entgegen.
Im örtlichen Laden ergänzen wir unsere Vorräte und essen später die Reste von Gestern vereint mit dem Gekauften von heute. Danach nimmt
Rita an ihrer Online-Schulung teil, während ich meine Homepage für diese Reiseberichte umbaue. Diese werden aufgrund der gemeinsamen Reise
und der von mir bereits früher beschriebenen Erlebnisse und Eindrücke dieser Gegend wie festzustellen, weniger ausführlich ausfallen.
Die Nacht wird ab dem frühen Morgen windig und deshalb etwas laut. Böen treiben Wolken vor sich her. Es ist angenehm kühl und passend um
eine Runde zu laufen. Auf der Karte finde ich eine Runde welche die richtige Länge haben könnte. Kaum losgerannt kläffen mich zwei Hunde
an. Daran hatte ich nicht gedacht. Ich hasse das! Unter Zweifeln vor dem Kommenden renne ich weiter der Hauptstrasse entlang. Nach einem
Kilometer zweige ich auf einen Feldweg ab. In der Hand mich auf dem Telefon am Navi orientierend. Ich lese einen Stein auf. In Lateinamerika
hilft schon die Geste die Hand zum Wurf zu heben, um streunende Hunde zu vertreiben. Mit dem Stein bin ich gewappnet und habe noch ein
Gegengewicht zum Telefon in der anderen Hand. Die zwei Kilometer durch die Olivenhaine nach Areopoli verlaufen glücklicherweise
ereignislos. So auch die restlichen fünfhundert Meter zur Unterkunft. Die Bewegung hat gut getan. So tut es auch die Dusche danach.
Zusammen mit Rita wird anschliessend gefrühstückt.
Um Elf brechen wir nach Sparta auf. Der nächstgelegenen grösseren Stadt. Dort wollen wir etwa Bummeln und uns Umsehen. Von Wolken begleitet
fahren wir die Stunde gegen Norden ins Innere des Peloponnes. Es gibt wenige Hügel zu überwinden und so muss ich unseren Kleinwagen nur
wenig ans Limit bringen. Wie immer ist auch wenig Verkehr unterwegs. Wie schön! Wir parkieren das Auto am nördlichen Ende des Zentrums und
können gleich die entlang der Haupteinkaufsmeile schlendern. Rita klappert unzählige Läden ab, findest aber erneut kein Sommerkleid. Ich
warte meistens draussen. Begleitet vom Geschnatter der älteren Männer, die in den Cafes sitzen, während die Frauen ihre Einkäufe erledigen.
An einem zentralen Platz machen wir Pause. Danach geht es die Hauptstrasse zurück. Zur Abwechslung sehe ich mich nach Badehosen um,
werde zwar nicht fündig, aber wir haben eine lustige Unterhaltung mit der Ladenbesitzerin. Auf meine blöde Bemerkung hin, ich sie ein
wählerischer Kunde, meint sie nur, das sei noch gar nichts. Sie habe einen Kunden gehabt, der habe 30 Nachthemden probiert ohne danach
auch nur eines zu kaufen. Auch Rita wird nicht fündig. Wieder am nördlichen Ende zurück, befinden wir uns in der Nähe zum Park des
antiken Sparta. Was es zu sehen gibt, ist nicht überwältigend. Viel ist nicht ausgegraben. Etliches ist aus der der Zeit von Byzanz.
Am antiken Theater wird gegraben. Immerhin liegen die alten Steine hübsch in einem Olivenhain verteilt und es ist kein Eintritt zu
entrichten.
Den Weg aus der Stadt hinaus finde ich ohne Navi. Während es in Sparta schönes Wetter war, nehmen Richtung Areopoli die Wolken immer
mehr zu. Der Wind ist heftig und der Himmel voller regenschwerer Wolken. Trotzdem regnet es nicht. Auch wenn der Boden danach dürstet.
Unser Plan am Strand zu Picknicken und bei Sonnenuntergang zu Baden fällt ins Wasser. So Essen wir zuhause und sehen uns danach einen
Trickfilm auf dem Notebook an.
Es windet immer noch. Immerhin ist der Himmel wolkenlos. Am späten Morgen fahren wir südlich nach Mezapos. Ein kleines Dorf an der
Westküste mit einer beachtlichen, durch das Meer in den Sandstein gefressene Bucht. Ein kleines Lokal am ebenso überschaubaren Hafen
bietet einige Kleinigkeiten an. Wir verweilen etwas und ergötzen uns am kristallklaren, türkisfarbenen Meer. Nur der Wind hindert mich
daran hinein zu hüpfen. Vor uns erstreckt sich die schmale Landzunge Tigani ins Meer. Dorthin hinaus wollen wir anschliessend noch wandern.
Dass dies möglich ist, habe ich schon erkundet.
Wir fahren über eine Anhöhe bis zum Ende der befestigten Strasse und lassen das Auto an einer breiteren Stelle stehen. Mit genügend
Wasser und etwas Proviant ausgerüstet machen wir uns auf den Weg. Nach einigen hundert Metern wird der Feldweg zum Pfad. Dieser führt
gesäumt von hiesigen, die Trockenheit erduldenden Planzen über den Kalkfelsen. Eine halbe Stunde später sind an der Landzunge. Im
Hintergrund sind Gebäudereste sichtbar. Diese schliessen mit Mauerresten den Hügel, mit welchem die Landzuge endet, ab. Der Wind weht
immer noch stark. Eine Rampe führt schräg den Hügel hoch und mündet in einigen Stufen auf dem Hügelplateau. Es sind etliche
Gebäudestrukturen sichtbar. Eine davon sind die Überreste einer Kirche. Wir setzen uns in den Mauerresten der Kirche hin, um einigermassen
vom Wind geschützt zu sein. Der Kirchenboden ist wegen der darunterliegenden Grabkammern grösstenteils eingefallen. Auch die Zisternendecke
welche sich in einem Seitenschiff der Kirche befindet, ist eingestürzt. Säulenreste ligen in der verputzten Zisternengrube. Das von
niederem, dornigen Buschwerk bewachsene Plateau ist schwer zu begehen. Unsere Beine sind schon vom Hinweg zerkratzt. Für einige Fotos
steigen wir noch auf einen Schutthaufen eines Gebäudes. Dann brechen wir auf zum Rückweg. Nach knapp zweieinhalb Stunden sind wir zurück
beim Auto.
Wir beschliessen, unser gestriges Vorhaben vom Picknick am Strand heute umzusetzen und hoffen auf ein Nachlassen des Windes. Mit dem
Nötigen ausgerüstet begeben wir uns nach Fünf Uhr dorthin. Der Wind hat sich wie gewünscht gelegt. Als erstes nehmen wir ein Bad im
angenehm kühlenden Meer. Danach geniessen wir unser Essen während der Tag mit einem Postkartensonnuntergang ausklingt. Wir sind
zufrieden.
Heute ist der Tag der Weiterreise. Zum Glück ohne Eile. Die Fahrt bis nach Neapoli dauert etwa zwei Stunden und dreissig Minuten. Einen
ersten Halt legen wir in der kleinen Hafenstadt Gytheio ein. Der Markt lässt uns in die von Ständen flankierten Gassen abbiegen.
Endlich findet Rita nicht nur ein Sommerkleid, sondern gleich zwei! Beim weiteren Schlendern fällt mir ein Laden ins Auge, wo wir noch
ein Dankeschön für die Flughafenfahrten und das Haushalt hüten besorgen können. Vor der Weiterfahrt genehmigen wir uns einen Kaffee an der
Promenade. Der heute wieder stärker wehende Wind klatscht währenddessen fortwährend die Wellen an die Kaimauer.
Nach einer kurzen Fahrt ist das rostige Wrack eines gestrandete Schiffs zu sehen. Sicher einer der meistfotografierten Dinge in dieser Gegend.
Wir durchqueren die Ebene des Evrotas. Alles ist voller Zitrusbäume. Am östlichen Ende der Ebene werden die viel Wasser benötigenden
Zitrusbäume weniger. Wie gewohnt haben die Olivenbäume nun wieder die Oberhand. An einem schönen und menschenleeren Strand machen wir einen
kurzen Halt für unsere biologischen Bedürfnisse. Es geht entlang der Westküste des mittleren Fingers des Peloponnes. Die Landschaft ist
etwas weniger schroff. Die Dörfer liegen lose verstreut zwischen Bergen und Küste gelegen. Um Drei Uhr kommt Neapoli in Sichtweite. Am
Ortseingang tanken wir. Wie von uns reserviert, können wir ein Hotelzimmer mit direktem Meerblick beziehen. Der Nachmittag ist noch jung
und wir wollen an den Strand. Wind hin oder her!
So lange als möglich fahren wir Richtung Nordwesten der Insel Elafonisos entgegen direkt dem Strand nach. So sehen wir wo passende
Bademöglichkeiten vorhanden sind. Gegenüber Elafonisos liegt ein schöner, wenn heute wellengepeitschter Strand. Wir installieren uns hinter
einem Zaun und sind schon bald im Wasser. Nach dem Bad sehe ich mir ein Infotafel an. Vor unserer Nase liegt eine versunkene
altbrozezeitliche Siedlung. Diese lässt sich mir dem Schnorchel erkundigen. Die wichtigsten Plätze sind mit Bojen markiert. Ein bei den
heute herrschenden Verhältnissen leider unmögliches Vorhaben. Ich müsste mir sowieso erst noch die nötige Ausrüstung besorgen. Mein Plan für
einen der nächsten Tage steht fest!
Gegen Abend suchen wir eine kurz hinter dem Strand liegende Taverne auf und da wir noch die ersten Gäste sind, erhalten wir unser Essen
erstaunlich schnell. Währenddessen werden emsig Stühle dekoriert und Tische gedeckt. Wie Rita beim Zahlen erfährt, nicht wie vermutet
für eine Hochzeit, sondern für die 120 Gäste einer Taufe! Das muss ein Kind von Wichtigkeit sein. Eigentlich richtig. Jedes Kind sollte
für die Eltern das Wichtigste sein.
Auf dem Rückweg ins Hotel halten wir kurz vor Ladenschluss an einem Supermarkt. Ich sehe nach ob Masken und Schnorchel verkauft werden,
was der Fall ist. Nur Flossen keine. Immerhin ein weiterer Punkt im Plan der zur Verwirklichung des Erkundens der Unterwasserlandschaft
beiträgt.
Der Wind hat die ganze Nacht durch die Türritze gepfiffen. Und bis spät in die Nacht haben die Motorradbuben mit ihren überlauten Enduros
genervt. Aufsummiert habe ich auch dank der Wärme im Zimmer nicht gut geschlafen. Wir sind gespannt auf das Frühstück. Es ist nicht üppig
aber ausreichend. Rita ist unser Zimmer zu schlecht gereinigt und auch der Duschehalter ist defekt. Sie reklamiert bei Prinz Valium an der
Rezeption. Er bietet uns ein anderes Zimmer in der zweiten Etage an. Der Brausenhalter ist zwar auch hinüber, aber die Raumaufteilung ist
schöner, das Bad grösser und mit Aussenfenster und die Aussicht mit Blick vom Bett direkt auf das Meer besser. Wir ziehen um.
Nach einer kurzen Beratung wollen wir auf einen Gipfel hinter Neapoli steigen, später an der Ostküste ein Bucht besuchen, möglicherweise
baden und uns auf dem Heimweg einen kleinen Weiler ansehen. Aus dem kurzen Marsch zum Gipfel wird nichts. Bei Brandgefahr der Stufen drei
und vier ist der Weg durch den Pininewald verboten. Wir halten uns daran, obwohl es sicher niemand kontrollieren würde. Östlich den Berg
hinunter sind wir nach einer halben Stunde am steingig-sandigen Strand. Der Wind weht nicht nur oben im Gebirge stark, sondern auch hier.
Die Brandung ist heftig. Wir setzen uns hin und essen je eine Karotte. Mir fällt der viele Plastikmüll am Strand auf. Die kleinen einige
Milimeter kleinen Kügelchen achtet man sich erst nicht. Erschreckend welches Ausmass das angenommen hat. Ich möchte nicht behaupten, dass
wir in der Schweiz besser sind. Jedoch ist uns beim Einkauf letzthin aufgefallen, dass in Griechenland kaum jemand seine eigenen
Einkaufstüten mitbringt. Alles wird in Plastiksäcke abgefüllt. Trotzdem ist es ein schöner und sehr ruhiger Ort. Bei weniger Wind und
Wellen wäre ich gleich hineingehüpft.
Auf dem Weg hierher sind sind wir etwas weiter oben an einer ausgeschilderten Höhle vorbeigekommen. Während des Strandaufenthalts habe ich
recherchiert. Es muss eine eindrückliche Höhle sein. Rita möchte sie besuchen. Wir fahren dorthin zurück und trinken einen Kaffee bis die
nächste Führung um Halb Zwei beginnt. Höhlen sind nicht so meins. Während Rita die knappe nächste Stunde im Untergrund verbringt,
bereinige ich meine neues Mobiltelefon, welches ich zur Arbeit und Navigation verwende. Zuviel was Google wissen, ich jedoch nicht
preisgeben will und deshalb deaktiviere oder entferne. Rita kehrt beeindruckt zurück und hat ein paar Bilder gemacht, die sie mir nun zeigt.
Wir fahren einen anderen Weg über die Berge zurück. Dieser führt uns am Weiler Paradisi vorbei der noch sehenswert sein soll. Was wir
erkennen können, ist nicht so reizvoll. Den Leuten in die Privatgrundstücke eindringen wollen wir auch nicht. Kurzum beschliessen wir
die Burgruine zu besuchen, welche wir auf dem Hinweg gesehen haben. Das Navi lotst uns wieder einmal über Nebenstrassen was nervt.
Die teilweise zerfallene Anlage aus dem Mittelalter ist abgeschlossen. Schade! Der Hügel oberhalb der Bucht hätte sicher einen schönen
Rundblick ermöglicht. Unverrichteten Besuchs kehren wir nach Neapoli zurück. Packen im Hotel Spiele ein und vereilen beim Spielen im
Schatten an der Promenade.
Beim Einnachten treibt uns der Hunger in ein italienisches Lokal. Griechisch hatten wir in letzter Zeit genug gegessen. Die Portionen
sind wie üblich zu gross, sodass wir uns die Reste einpacken lassen. Proviant für unseren Ausflug von morgen.
Im Süden von Neapoli liegt ein sogenannter Geopark. Dort gibt es versteinerte Bäume und Muscheln zu sehen. Vorher wollen wir noch weiter
südlich entlang der Küste einen Pfad zu einer Kapelle begehen. Etwas nach Zehn Uhr stellen das Auto nach einer holprigen Fahrt auf einer
Naturpiste ab. Die Wanderung soll gut eine Stunde dauern. Der Pfad führt teilweise sehr exponiert der Steilküste entlang. Es geht auf und
ab. Der Ausblick auf das Meer und die gegenübeliegende Insel ist wunderschön. Vor uns ziehen verschiedene Frachtschiffe ihre Bahn durch
die tiefblauen Gewässer. Es ist schon sehr warm. Der Wind wird vom Gebirgskamm abgehalten. Wir schwitzen ordentlich und sind froh über
unsere allzeit griffbereiten Wasserflaschen. Nach der angegebenen Zeit erreichen wir das Ziel des Pilgerwegs. Es liegt beinahe am
südlichsten Punkt dieses Fingers des Peloponnes. Wegen der weiter ansteigenden Hitze rasten wir nur kurz und gehen den Pfad bald zurück.
Ordentlich durchgeschwitzt erreichen wir unser Auto um auf der Holperpiste zum Geopark zu fahren. Ab da ist die Strasse wieder asphaltiert.
Nach etwas Verpflegung sehen wir uns den "Geopark" an. Dieser liegt direkt am Meer. Im hellgelben Sandstein sind deutlich die Stümpfe
der Bäume und eingelagerten Muscheln zu erkennen. Zugegebenermassen macht die Lage am türkis strahlenden Wasser einen wichtigen Teil
des Reizes aus. Es verleitet wie üblich ungemein zum Reinspringen. Wenn man sich Zeit lässt, braucht man für den Rundgang maximal eine
Stunde. Nach Zwei Uhr sind wir zurück in Neapoli und ich halte bei einem kleinen Laden mit Fischerei- und Jagdbedarf. Diesen hat mir
der Rezeptionist auf meine Frage nach dem Kauf einer Tauchausrüstung empfohlen. Das kleine Geschäft hat glücklicherweise offen, was um
diese Zeit hier nicht selbstverständlich ist. Üblicherweise wird jetzt zu Mittag gegessen. Im vollgestopften Laden werden wir fündig.
Maske, Schnorchel und Flossen von Cressi für knapp neunzig Euro. Selbstverständlich möchte ich das die Ausrüstung gleich nutzen. So
fahren wir an den Strand mit der im Meer versunkenen Siedlung.
Noch immer ist die See des Windes wegen sehr unruhig. Schnorcheln sollte aber möglich sein. Nachdem die Frage geklärt ist, ob ich den
Schnorchel links oder rechts trage und die Maske eingestellt ist, kann es losgehen. Ich orientiere mich an den Bojen welche den Weg für
die kleine Runde weisen. Leider ist das Wasser immer noch recht trüb. Ich sehe immerhin einige Mauerreste und Fische. Es freut mich trotz
des Wellenganges kaum Wasser in den Schnorchel bekommen zu haben. Mein letzter Schnorchelgang liegt rund zwanzig Jahre zurück. Fürs Erste
lasse ich bei diesem Versuch und hoffe auf den morgen angekündigten noch geringeren Wind um die Gräber und weitere Siedlungsreste weiter
draussen erkunden zu können.
Wir geniessen den Spätnachmittag an diesem schönen Platz und machen uns dann auf, etwas für unser Nachtessen zu kaufen, welches wir auf
dem Hotelbalkon geniessen wollen. Wie geplant können wir das auch zelebrieren und dabei im Sonnenuntergang schwelgen. Zum Abschluss sehen
wir uns Rambo 1 ab meinem Notebook über den Hotelfernseher an.
Heute ist das Frühstück noch um etwas spärlicher als sonst. Vermutlich sind die Schokokroissants diesmal ganz verbrannt und deshalb
nicht vorhanden. Wir haben keine Eile. Einzig der Besuch von Monemvasia steht auf dem Programm. Monemvasia ist eine mittelalterliche
Stadt am Fuss einer Felsenhalbinsel. Am späten Morgen geht es los. Die Fahrt dorthin dauert etwa eine halbe Stunde. Wir finden einen
Parkplatz an der Zufahrtsstrasse zur am südöstlich am reiseigen Felsen gelegenen Stätdchen. Zu Fuss sind es einige Minuten bis wir das
Stadttor durchschreiten.
Anders als die meisten Besucher gehen wir nach unten gegen die am Meer gelegene Stadtmauer. Die alten Gemäuer mit den historischen Häusern
sind hübsch. Es sind etliche Unterkünfte angeschrieben. Ich meine, dass seit meinem letzten Besuch vor 15 Jahren deren Anzahl gewachsen
sei. An einigen Orten wird restauriert. Schön das der Ort nach Jahhunderten des Zerfalls wieder zum Leben erwacht. Wenn auch nicht mehr
mit Handwerkern und Fischern, sondern mit Restaurants und Unterkünften. Am östlichen Ende liegt ausserhalb der Stadtmauern ein Leuchtfeuer.
Bis dahin gehen wir. Es ist Zwölf Uhr und schon sehr warm. Trotzdem wollen wir von der Unterstadt des gemeinen Volkes hinauf auf den
Felsen zur Oberstadt wo die Noblen lebten und das Militär stationiert war. Der Weg dorthin windet sich in Serpentinen eine Steinrampe
die etwa 70 Meter Höhneunterschied hoch. Die Kopfsteinpflästerung ist soviel begangen und glattpoliert, dass sie rutschig ist. Einige
Herunterkommende haben damit sichtlich Mühe.
Zum Glück können wir im oberen Torbereich etwas im Schatten pausieren. Unter uns liegt an den Felsen geschmiegt die Unterstadt. Die
Oberstadt ist zerfallen. Auch das Noble hält nicht ewig. Es sind Gebäudereste, Mauern und Gewölbe zu erkennen. Wir umrunden den östlichen
Teil des Plateaus bis zur leicht höher gelegenen Kirche. Diese ist wie üblich intakt und wird noch genutzt. Die Gottesfürchtigkeit der
Leute hätte einen Zerfall nie toleriert. Geauso wie in der Unterstadt. Dort sind mindestens sieben Kirchen oder Kapellen erhalten und
funktionstüchtig. Nur zwei sind zerfallen. Mit dem Erreichen der Kirchen ist für uns der Punkt zur Umkehr erreicht. Es liessen sich noch
die weiter westlich höher gelegenen Überreste der Bastion durchstreifen. Wir haben oben genug gesehen.
Der Abstieg über die Rampe erscheint uns nicht so rutschig wie uns die anderen Herunterkommenden glauben liessen. Wenn man ein waches Auge
hat und die Füsse richtig positioniert. In einem Lokal an der Hauptzugangsgasse trinken wir eine Pepsi. Der junge Kellner hat Mühe uns
zu verstehen. Warscheinlich ist das eher seiner Aufregung als seinen Englischkenntnissen geschuldet. Es scheint sein erster Arbeitstag
zu sein. Wir haben Monemvasia gesehen und machen uns auf den Rückweg. Dabei wollen wir uns in Puntia den Fährenfahrplan nach Elafonisos
ansehen. Online werden wir nicht schlau. In Puntia angekommen glauben wir nun zu wissen, wie die Fähren verkehren. Gleich daneben liegt
der schöne Strand mit den versunkenen Überresten von Pavlopetri. Vielleicht ist das Wasser heute etwas ruhiger um diese besser erkunden
zu können.
Leider ist das nicht der Fall. Der Wind und die dadurch verursachten Wellen sind wie gestern mühsam zum Schnorcheln. Ich mache trotzdem
einen Versuch. Sehe etwas mehr Mauerreste und Fische. Es macht aber auch so Spass sich der Herausforderung des Schnorchelns zu stellen
und ich versuche heute einmal damit abzutauchen. Das klappt ohne Mühe. Das letzte Mal ist wie bereits erwähnt doch schon über zwanzig
Jahre her.
Wir wollen vor Sonnenutergang im Hotel sein, um unser Nachtessen dabei einnehmen zu können. Das klappt wie geplant. Nachher rauche ich
noch eine Zigarre und will noch etwas Lesen. Über der Zeitschrift schlafe ich beinahe ein. Auch Rita ist müde. Das Erkunden in der Wärme
war scheinbar doch anstrengender als gedacht.
Die Fahrt nach Puntia dauert zwanzig Minuten. Die Fähre nach Elafonisos hat gerade eben angelegt. Es sind weniger Wagen als vermutet zur
Überfahrt da. Die Fähre ist mit sechs Fahrzeugen gerade einmal zu einem Viertel belegt. Wir bezahlen die dreizehn Euro für den PW und
je zwei Euro für uns. Das Ablegen, die Überfahrt und das Entladen gehen Ruckzuck und sind in einer Viertelstunde erledigt. Bereits um
Viertel vor Zehn rollen wir von Bord und zum Süden der Insel. Nach zehn Minuten stellen wir unser Auto im Schatten hinter dem Strand von
Simos ab. Nun können wir uns selbst von gelesenen Aussagen eines südseeähnlichen Strandes überzeugen.
Es ist klar erkenntlich, dass zur Hauptsaison viel los ist. Zum Glück ist das zu dieser Jahres- und Tageszeit nicht mehr der Fall. Wir
schlagen unseren Sonnenschutz neben den Mietliegen auf. Die Lage und das Ambiente ist wirklich sehr schön. Das Wasser und der Strand
entsprechen Bildern aus einem Werbeprospekt. Noch weht kaum ein Wind und das Wasser ist glatt. Ideal um mich mir den Schnorchel in den
Mund zu stecken und etwas die naheliegenden Felsen zu erkunden. Allzuviel an Fischen gibt es nicht zu sehen. Zwei Flundern, einen kleinen
Schwarm mit handgrossen dunklen Fischen und einen mit etwas grösseren sandfarbenen. Auf dem Rückweg sehe ich dann noch drei grosse Fische
mit hübschem gelben Streifen am Rücken.
Gegen Mittag wird der Strand besser besucht. Ist aber nie überbevölkert. Wir liegen unter unserem Sonnendach, baden, lesen und lassen
die Seele baumeln. Mehr wird Tag nicht mehr bringen. Es ist die vorletzte Gelgenheit das makellose Wetter und das Nichtstun zu geniessen.
So geht das den Nachmittag bis nach Vier. Unter auffrischendem Wind räumen wir ab und fahren zu Fähre. Zwei Minuten bevor die Luke
geschlossen wird rumple ich an Bord. Vor lauter Freude noch diese Möglichkeit zu erwischen und keine halbe Sunde warten zumüssen, habe
ich den Absatz der Rampe zu wenig beachtet. Glücklicherweise ist kein Schaden am Fahrzeug entstanden!
Nach Rückfahrt, Auspacken und Körperpflege schaffen wir es rechtzeitig zum Sonnenuntergang ins Lokal an der Promenade. Uns reicht
ein griechischer Salat und ein Burger um unseren Hunger zu stillen. Danach nimmt Rita an ihrer Onlineschulung teil und ich schreibe
den Tagesbericht. Dabei höre ich auf Youtube Musik und werde gleich mehrfach überrascht. Drei meiner Lieblingsbands haben neue Alben
herausgebracht. Darunter auch die ehemaligen schweizer Avantgarde-Trasher Coroner. Ich freue mich auf das neue Futter für die Ohren,
welches ich zu Hause gleich besorgen werde. Selbstverständlich legal gekauft. Wo käme ich als Musiker da sonst hin?
Der heutige Tag ist dem reinem Strandleben gewidmet. Im Bewusstsein welches Wetter uns zuhause erwartet, wollen wir den Strand, das Meer und
die wärmende Sonne noch einmal in vollen Zügen geniessen. Zudem will ich einen weiteren Versuch unternehmen, das vor dreitausend Jahren
versunkene Pavlopetri bei ruhiger See zu erkunden. Zwischen Zehn und Elf Uhr ist der Wind und sind deshalb die Wellen üblicherweise am geringsten.
Mit dem Aufstellen des Sonnenschutzes sind wir zum angepeilten Zeitfenster fertig.
Mit der Schnorchelausrüstung ausgestattet schwimme ich direkt die hundert Meter zu Boje wo sich drei Grabnischen befinden sollen. Die Umrisse
sind klar erkennbar. Allzu spektakulär ist es jedoch nicht. Für den Rückweg folge ich den anderen weissen Bojen, welche weitere Gebäude- und
Mauerreste markieren und sehe mir diese an. Nach einer dreiviertel Stunde bin ich zurück an unserem Platz.
Der Rest des Tages gestaltet sich wie gestern. Herumliegen, Baden und Lesen. Andere Leute kommen, bleiben oder gehen. Wir bleiben bis um Vier.
Das Abräumen, respektive das Zusammenfalten des Sonnendachs ist wie üblich wegen des gegen Abend stärkeren Windes etwas schwieriger. Durch die
Erfahrungen der letzten Tage mit dem Sonnenschutz habe ich nun eine genaue Vorstellung, was es für Verbesserungen braucht, damit er im Sand wie
auch auf hartem untergrund gut einsetzbar ist. Daheim werde ich daran weiterfeilen.
Heute essen wir wieder auf dem Hotelbalkon und ergänzen deshalb unsere schon vorhandenen Esswaren beim Dorfladen. Beim Picknicken erleben wir
wieder einen wunderbaren Sonnenuntergang. Den Abend rundet ein Spaziergang und eine kurze Einkehr in einem Lokal bei Saft und Wasser ab.
Heute steht viel auf dem Programm. Viel Fahren und viel Ansehen. Auf das sowieso lieblose Frühstück verzichten wir um schon um Sieben Uhr abfahren
zu können. Wir haben noch Reste, die uns in den Tagesstart verhelfen. Gepackt und bezahlt haben wir schon gestern. Auch wenn es Prinz Valium an
der Rezeption etwas Mühe bereitet hat. Eine gute Stunde fahren wir entlang der Küsten nordwärts auf bereits bekannten Wegen. Danach geht es quer
über eine Ebene und dann durch die Berge nach Osten. Eine ziemlich einsame und menschenleere, jedoch grünere Gegend. Ein schöner Kontrast zu dem
Süden der letzten Tage. Die Kurven und das Auf- und Ab scheinen endlos, bis wir nach zwei Stunden in einen steilen Talkessel nach Leonidi
hinunterfahren. Ein schöner und gepflegter Ort einige Kilometer hinter der Küste. Wir machen eine Kaffepause. Das Städtchen mit seiner gepflegten
Erscheinung gefällt uns. Auch kostet der Kaffee endlich soviel wie es in Griechenland eigentlich üblich sein sollte. Also rund zwei Euro.
Schon sind wir wieder unterwegs. Nun auf der Küstenstrasse bis Nafplio und dann noch im Landesinneren bis zum antiken Epidaurus. Der riesige
Parkplatz ist nur spärlich mit Wagen und Bussen belegt. Einige werden vom riesigen Kreuzfahrtschiff stammen, welches etwas ausserhalb von Nafplio
liegt. Nach dem Entrichten der zwanzig Euro Eintritt gehen wir als erstes zum imposanten Theater. Dieses ist unglaublich gut erhalten und
beeindruckt mit einer Akustik bis zur obersten 32. Sitzreihe. Wir setzen uns im oberen Bereich in den Schatten und beobachten das Treiben
der Besucher. Danach durchstreifen wir das Gelände der ehemaligen Kurstätte. Medizinische Behandlungen wurden durch Gespräche, rituelle
Handlungen, Opfergaben und Bäder, wie auch Zerstreuung in Form von Theater durchgeführt. Leider ist im Gegensatz zum Theater der Rest nur in
Fundamenten erhalten und der schmale Schlauch von Theater lädt auch nicht zum Verweilen ein. Um Drei Uhr sind wir draussen am Parkplatz.
Eine weitere gute halbe Stunde Autofahrt südlich liegen die Dolinen von Dydima. So geht es über einen weiteren Hügelkamm dorthing. Die
eine in einem Berghang gelegene Doline ist von weitem sichtbar. Die etwas kleinere Doline - Dolinen sind durch Wasser ausgeschwemmte und
eingestürzte unterirdische Kammern - liegt im Flachen und ist nicht direkt ersichtlich. Eine in den Nagelfluh gehauene Treppe führt zu einem
Absatz im Innern der Doline. Seitlich neben dem Zugang befindet sich eine mit der Dolinenwand gebildete kleine Kapelle. Die Türe ist offen.
Im etwa zehn Meter langen Raum hat es gerade genug Platz für je eine Sitzreihe beidseits und mittigem Durchgang. Die Nagelfludecke ist
russgeschwärzt und Wände sind mit Ikonen behangen. An drei Stellen befinden sich uralte Malereien. Die Kapelle stammt aus dem Vierzehnten
Jahrhundert und ist dem wiedergeborenen Georg dem Drachentöter gewidmet. An diesem kleinen hübschen Platz befällt sogar mich eine gewisse
Andächtigkeit. Die Doline von etwa hundert Metern Durchmesser lässt sich im Innern auf dem etwa 15 Meter unter der Kante liegenden Absatz
umrunden. Gegenüber der Kapelle befindet sich ein aus der Nagelfluh genhauener Raum der aussen und innen ebenfalls weiss gestrichen ist.
Für mich macht es den Eindruck einer ehemaligen Einsiedelei, wenngleich der etwa zwanzig Quadratmeter grosse Raum heute ebenfalls mit Ikonen
und anderen zeremoniellen Gegenständen geschmückt ist. Nach dem Umrunden machen wir uns auf zur in kurzer Distanz gelegenen grösseren Doline.
Sie wist zwar imposant im Hang gelegen, hat aber sonst nichts Spezielles zu bieten. Wir brechen auf zu unserem Hotel an der Küste bei Neu
Epidaurus.
Um Fünf Uhr sind wir dort und werden äussert freundlich von der Chefin empfangen. So muss das sein. Das schon etwas ältere Hotel ist topsauber.
Wir bekommen zu unserem Erstaunen und gleichzeitiger Freude ein Zimmer mit Meerblick für unsere letzte Nacht in Griechenland. Den Wagen räumen
wir komplett aus. Ich durchsuche ihn noch einmal nach meiner Halskette die sich seit gestern Abend vermisse. Im Wagen befindet sich nichts. In
der nun recht unruhigen See kühlen wir uns nach den heissen Stunden im Auto und bei den Besichtungen etwas ab und packen danach soweit als
möglich für Morgen. Es ist Zeit für das Nachtessen. Das nehmen wir im Lokal neben dem Hotel ein. Leider ist die Auswahl nicht so üppig wie
der Kellener uns die Auswahl reduzierend erklärt. Satt werden wir trotzdem. Ich mit Rindfleisch und Spaghetti, Rita mit Fisch und Grillgemüse.
Währenddessen lässt der zeitweise stark wehende Wind nach. Im Zimmer erledige ich noch die letzten vorbereitenden Handgriffe für morgen. Danach
höre ich die neuen Stücke von den gestern erwähnten Bands und schreibe am Tagesbericht.
Das Frühstück bietet alles was das Herz begehrt. Echten O-Saft, Eier in Variationen, selbstgemachte Kuchen, Marmelade und Fruchtsalat, Croissants,
Toast und Brot und so weiter. Alles kann ich gar nicht kosten. Der alte und der junge Angestellte kümmern sich sehr freundlich um alle Anliegen.
Alles ist eingeladen und es geht los in Richtung Athener Flughafen. Wir fahren ab Epidaurus entlang der Ostküste nach Norden bis zum Kanal von
Korinth und dann ostlich nach Athen. Etwa fünfzig Kilometer vor dem Flughafen halten wir um zu Tanken. 10 Euro sollten reichen. Wir müssen
optimalerweise die Tankanzeige bei sechs von acht Strichen abgeben. Was für eine Käse und eine Raterei für uns. Nach den zehn Euro steht
die Anzeige bei sieben von acht Strichen. Das sollte reichen meine ich. Gefehlt! Nach zehn Kilometern steht es wieder bei sechs von acht
Strichen und wir sollen so abliefern. Für die verbeleibenden Dreissig Kilometer investieren wir noch einmal fünf Euro und hoffen, dass es
bis zur Abgabe hält. Das tut es auch und so wird nach einem zweiminütigen Check der Wagen samt Tankinhalt als gut bewertet und mir das Tablett
zur Unterschrift hingehalten.
Die Abflughalle ist gut gefüllt. Nach dreissig Minuten verschwinden unsere Koffer in den Hintergrund und wir zur Zollkontrolle. Die geht
unerwartet flott vonstatten. So haben wir am Gate bis zum Boarden noch eineinhalb Stunden totzuschlagen. Nach der Zollkontolle bemerke
ich noch mein kleines Feuerzeug in der Bauchtasche. Das muss ich noch beim letzten WC-Gang loswerden. Prompt vergesse ich es erneut. Etwas
später als erwartet können wir an Bord steigen. Ich lege das Feuerzeug unauffällig im Fingerdock in eine Nische. Keiner hats gesehen.
Mit zwanzig Minuten Verspätung fliegen wir los, sollten aber aufgrund der Winde trotzdem pünktlich um 16:00 Uhr in Zürich landen. Dort
erwartet uns hoffentlich Reni für den Heimtransport.